Drohnen-Technik: Immobilien-Aufnahmen nur der Anfang

Fliegende Fotoplattform über Syke

Samuel Arnold (l.) und Gustavo Castillo lassen ihren Quadkopter mitsamt fest installierter Kamera für ein Foto am Syker Mühlenteich aufsteigen.
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Samuel Arnold (l.) und Gustavo Castillo lassen ihren Quadkopter mitsamt fest installierter Kamera für ein Foto am Syker Mühlenteich aufsteigen.

Syke - Von Marvin Köhnken. Hoch über den Dächern Sykes und der näheren Umgebung können Beobachter seit Kurzem ein neues Fluggerät entdecken: Die Elektrotechniker Samuel Arnold und Gustavo Castillo haben sich einen Traum erfüllt und lassen regelmäßig ihre selbst entworfene Foto-Drohne, einen sogenannten Quadkopter abheben.

Seit rund zwei Wochen betreibt Samuel Arnold ein Kleingewerbe, um mithilfe des Fluggeräts professionelle Fotoaufnahmen aus der Luftperspektive zu machen und an seine Auftraggeber zu verkaufen – beispielsweise an Immobilienbesitzer. Gustavo Castillo steht ihm dabei als technischer Assistent und Fotograf zur Seite.

Die beiden jungen Männer haben sich während ihrer Schulzeit kennengelernt. Nach dem Besuch des Fachgymnasiums für Elektrotechnik in Syke begannen die beiden vor zwei Jahren das Projekt „Fotodrohne“. Im Juli folgte die Anmeldung für ein Kleingewerbe mit dem Namen „nDege“ – was im ostafrikanischen Tansania, dem Geburtsland von Samuel Arnold, „Vogel“ oder auch „Flugzeug“ bedeutet.

Hürden auf dem Weg zum Kleingewerbe

Dem Traum vom Fliegen standen allerdings auch zahlreiche Hürden im Weg: Die ersten Prototypen verwandelten sich bei Abstürzen allzu häufig in Schrott. Zahlreiche Genehmigungen erschwerten den Einstieg in die Selbstständigkeit.

„Die Teile kaufen wir über das Internet, die Pläne für die Multikopter haben wir selbst entwickelt“, berichtet Samuel Arnold. „Jeder Crash tut weh. Zudem gehört viel Verantwortungsbewusstsein dazu, sodass wir immer darauf achten, dass alles top instand ist und unser Material sicher ist“, sagt Gustavo Castillo.

Die Fliegerei begleitet die beiden Syker seit ihrer Kindheit. Dass die öffentliche Diskussion rund um das Thema Drohnen häufig mit dem gezielten Töten von Menschen in Krisengebieten in Verbindung gebracht wird, macht die beiden 24-Jährigen nachdenklich: „Drohnen sind vorbelastet, und das ist schade. Der Gedanke dahinter ist für uns ein anderer. Uns geht es mitunter sogar darum, Leben zu retten“, sagt Samuel Arnold. „Sobald wir die nötige Technik haben, ist es auch denkbar, Wärmebilder und Videos zu machen.“ Beispielsweise für energetische Überprüfungen von Häusern, der Kontrolle von großen Solaranlagen oder der Suche nach Tieren auf Ernte-Feldern und in Wäldern. „Da geht es dann tatsächlich darum, Leben zu retten“, sagt Castillo. „Nämlich dann, wenn Förster einen Überblick erhalten, wie viele Tiere in einem Gebiet leben, um keine falschen Abschusszahlen an Jäger weiterzugeben.“

Sicherheit und Privatsphäre immer im Blick

Bei allen Plänen der beiden Syker stehen Sicherheit und Privatsphäre an erster Stelle. Sicherheit, weil vor allem Arnold immer wieder darauf achtet, dass durch seine „fliegende Fotoplattform“ niemand zu Schaden kommt. Und Privatsphäre, weil das Einhalten dieses Rechts für beide die Basis ihres Gewerbes darstellt.

Bis zu 100 Meter darf Arnold die Drohne aufsteigen lassen, immer in Absprache mit der Polizei. Bei einem Kontrollverlust sorgt ein GPS-Sender dafür, dass das ferngesteuerte Fluggerät automatisch zum Startpunkt zurückkehrt, ohne abzustürzen. „Es ist uns beiden sehr wichtig, dass wir bei den Flügen niemanden verletzen“, betont Arnold.

Über eine Homepage bietet der 24-Jährige mehrere Foto-Flüge an, auch bei der Stadt Syke hat er sein Projekt bereits vorgestellt. Dabei hofft er auf die Akzeptanz der Menschen: „Es ist mir wichtig, dass die Leute richtig über die Chancen und Risiken von Drohnen informiert werden“, sagt er. „Vielleicht werden ja auch bald eilige Medikamente auf diese Weise ausgeliefert, Beispiele dafür gibt es schon in anderen Ländern“, berichtet der junge Unternehmer mit Blick auf mögliche Einsatzbereiche.

www.ndege.de

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