Saisoneröffnung beim Henstedter Dorfmuseum am Sonntag

„Das kenn‘ ich auch noch!“

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Dieter Köhler steht im neu gestalteten Teil des Henstedter Dorfmuseums.

Henstedt - Von Frank Jaursch. Der gute Geist von Waltraut Köhler ist allgegenwärtig im Kleinen Dorfmuseum von Henstedt. Die Henstedterin, die das Dorfmuseum gegründet und betrieben hatte, war im Oktober 2012 gestorben. In diesem Jahr hat das Dorfmuseum erstmals wieder regelmäßig geöffnet. Am kommenden Sonntag, 3. Mai, um 15Uhr beginnt die neue Saison.

„Ich bin es meiner Frau schuldig, das weiterzumachen“, sagt Dieter Köhler. Und so hat er fest vor, in diesem Jahr genau so zu öffnen, wie es die Hinweisschilder seit Jahren verkünden: an jedem ersten Sonntag im Monat, immer von 15 bis 18 Uhr.

Im vergangenen Jahr hatte Köhler die Türen nur sporadisch geöffnet. Die Wintermonate nutzte der Henstedter zu einer Reihe von Veränderungen. Der hintere Bereich, der bislang für die Ecke mit dem Kinderspielzeug gedacht war, zeigt eine Tischlerwerkstatt mit einer alten Hobelbank und einer Sammlung an Werkzeugen, von denen viele schon so manches Jahrzehnt hinter sich haben.

„Ich hab noch etliche Hobel im Magazin gehabt“, schildert Köhler. Gemeinsam mit Sohn Thorsten zimmerte er die Regale für den neuen Bereich.

Die Kinderspiel-Ecke fand eine Bleibe im bisherigen Bereich für Sonderausstellungen. Dem Raum spendierte Köhler einen neuen Holzfußboden – „wenn die Kinder hier spielen, kriegen sie ja sonst kalte Füße…“

Zeitlich begrenzte Sonderausstellungen soll es künftig nicht mehr geben. „Die sollten sich ja immer auf Henstedt beziehen“, erklärt Köhler. Zwölf Ausstellungen habe es bereits gegeben, „da ist man irgendwann durch mit den Themen“.

Zu bieten hat die Ausstellung, die einst durch die Familienforschung von Waltraut Köhler ihren Anfang nahm, aber immer noch einiges. Vor allem reifere Jahrgänge werden bei der Sammlung an Alltagsgegenständen von einst von einem Deja-Vu ins nächste fallen. „Das ist ja der Spaß daran“, schmunzelt Köhler, „wenn die Leute kommen und sagen: ‚Das kenn ich auch noch!‘“

In einem Bereich steht noch der große, weit über 100 Jahre alte Webstuhl, an dem Waltraut Köhler ihren letzten Teppich begonnen hat. „Eine Kollegin aus der Spinngruppe hat den Teppich dann zu Ende gewebt.“ Wer den Webstuhl gern selbst einmal benutzen möchte, ist eingeladen: „Man kann so loslegen.“

Finanziert wird das Museum von Spenden. „Und von meinem Portmonee“, fügt Köhler augenzwinkernd hinzu. Aber das sei schon okay, erklärt er. „Ein Hobby kostet manchmal eben auch ein bisschen Geld.“

Denn auch wenn viele der Ausstellungsstücke die Handschrift seiner Frau tragen: Dieter Köhler ist ebenfalls mit Herzblut dabei. Auch diesem Umstand ist es zu verdanken, dass das Dorfmuseum den Henstedtern – und allen Besuchern – erhalten bleibt.

Vorerst zumindest. Denn der Aufwand, den Dieter Köhler betreibt, soll sich auch in Besucherzahlen niederschlagen. „Wenn hier an einem Tag nur drei, vier Leute kommen, kann ich das nicht mehr machen.“

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