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Rund 400 Teilnehmer bei Solidaritätsversammlung für die Ukraine auf dem Syker Rathausplatz

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Von: Frank Jaursch

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Auf Initiative der Syker Grünen hatten mehrere Organisationen für Sonntagabend zur Teilnahme an einer Kundgebung auf dem Syker Bahnhofsplatz aufgerufen. Rund 400 Menschen folgten dem Aufruf.

Syke – Seit einigen Tagen strahlt es, wenn es dunkel wird, Gelb und Blau aus dem Syker Rathaus. Die Stadtverwaltung signalisiert mit dieser Beleuchtung in den ukrainischen Landesfarben ihre Solidarität für die das von der russischen Invasion heimgesuchte Land. Diesem starken Symbol fügte Syke am Sonntagabend noch ein stärkeres hinzu: Rund 400 Menschen versammelten sich auf dem Rathausplatz, um sich gemeinsam für den Frieden einzusetzen und ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Viel Resonanz auf kurzfristigen Aufruf

„Wenn die Waffen sprechen, dürfen wir nicht schweigen“: Mit diesem Satz hatten die Initiatoren des Syker Ortsvereins von Bündnis 90/Die Grünen zu der Versammlung eingeladen. Der kurzfristigen Initiative – erst am Dienstag war die Entscheidung zur Kundgebung gefallen – hatten sich die Stadt, Bürgermeisterin Suse Laue, die Christus-Kirchengemeinde, die Europa-Union sowie die Syker SPD und FWG angeschlossen.

Viele Teilnehmer brachten Plakate oder Schilder mit zur Kundgebung auf dem Syker Rathausplatz.
Viele Teilnehmer brachten Plakate oder Schilder mit zur Kundgebung auf dem Syker Rathausplatz. © Jantje Ehlers

Bereits vor Beginn der Kundgebung um 18 Uhr hatte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 200 geschätzt und getwittert: „Es erfolgt weiterer Zulauf.“ Viele waren dem Aufruf der Veranstalter gefolgt: Sie hatten Plakate oder Schilder gebastelt oder die Friedens-Regenbogenflagge mitgebracht.

Wir haben 75 Jahre Frieden – und wir haben nicht gewusst, wie wertvoll es ist.

Gerd Thiel

Ein kleiner Stehtisch mit einigen Teelichten war der unspektakuläre Ersatz für eine Bühne. Von dort aus begrüßte Mandy Hayen für die Syker Grünen die Teilnehmer – sichtlich beeindruckt von der Resonanz auf ihren Aufruf. Gerd Thiel von den Grünen war es, der anschließend sprach und mit dem Satz „Wir haben 75 Jahre Frieden – und wir haben nicht gewusst, wie wertvoll es ist“ für Applaus sorgte.

Auch Sykes Bürgermeisterin Suse Laue brachte ihre uneingeschränkte Solidarität für die Ukraine zum Ausdruck. Sie wies unter anderem darauf hin, dass der russische Einmarsch nicht zuletzt eine Folge der in der Ukraine aufkommenden demokratischen Strukturen sei – und das sei etwas, das der russische Präsident Wladimir Putin nicht wolle.

Laues Bekenntnis zum „Sicheren Hafen“

Laue gab auch ein klares Bekenntnis zur Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen. „Syke ist ein Sicherer Hafen“, sagte sie, „und dazu stehen wir.“ Es würden viele Flüchtlinge aus der Ukraine kommen – „und wir werden sie mit offenen Armen empfangen.“

Sie erwähnte auch Sykes polnische Partnerstadt Wabrzezno, die ihrerseits engen Kontakt zu einer ukrainischen Gemeinde habe. Auch von dort habe es einen regen Austausch und, wie auch in Syke, mehrere Spendenaktionen gegeben. Laue gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass „ein einiges Europa in dieser Krise einiges bewirkt“.

Der größte Wunsch der Teilnehmer: Frieden.
Der größte Wunsch der Teilnehmer: Frieden. © Ehlers, Jantje

Auf die Macht des Wortes bezog sich auch Pastorin Albertje van der Meer. „Bekommt Diplomatie doch noch eine Chance?“ fragte sie. Die Strophen des Protestliedes „We shall overcome“ dienten in der folgenden Fürbitte als musikalische Zäsuren zwischen ihren Gebets-Anliegen. Der letzte Klang der letzten Strophe endete sekundengenau mit dem Glockenschlag der Christuskirche.

„Meinst du, die Russen wollen Krieg?“

„Meinst du, die Russen wollen Krieg?“ Diese rhetorische Frage – der Titel des Gedichts von Jewgeni Jewtuschenko – nutzte Christiane Palm-Hoffmeister als Einstieg in ihren Redebeitrag. Die Barrier Poetin brachte ihre Verzweiflung darüber zum Ausdruck, ihr ganzes Leben dafür gekämpft zu haben, dass man keine Waffen mehr brauchte. „Und jetzt müssen wir die Konsequenzen einer völlig irren Politik tragen.“

Palm-Hoffmeister trug mit den von ihr vorgetragenen Anti-Kriegs-Gedichten ebenso zum friedlichen Charakter der Kundgebung teil wie das Twistringen Brüderpaar Limberg & Limberg, die insbesondere gegen Ende mit zwei Liedern einen passenden Abschluss fanden. Friedlich blieb es auch aus Sicht der Polizei, die keine besonderen Vorkommnisse auf dem Rathausplatz meldete.

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