Rumänen wollten in Getränkemarkt einsteigen

Drehleiter zur Einbrecherjagd

Von Dieter Niederheide. Der spektakuläre Einsatz von Polizei und Feuerwehr in der Nacht des 19. November in Barrien beim Getränkemarkt Hol ab rollte jetzt in einem Strafprozess im Syker Gerichtssaal noch einmal ab.

Zu verantworten wegen versuchten Einbruchs hatten sich zwei Rumänen. Die Polizei hatte die 37 und 34 Jahre alten Männer damals auf dem Dach des Getränkemarktes festgenommenen. Am Ende sprach die Strafrichterin Geldstrafen von 720 Euro (90 Tagessätze zu je acht Euro) und 800 Euro (100 Tagessätze zu je acht Euro) aus.

Der Anklagevertreter hatte gegen den mehrfach wegen Diebstahls vorbestraften Angeklagten sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung gefordert – und gegen den Mitangeklagten, der aus der Justizvollzugsanstalt, wo er eine Ersatzfreiheitsstrafe absaß, sechs Monate Gefängnis mit Bewährung. Da dessen Freundin inzwischen die Geldstrafe, wegen der er inhaftiert war, bezahlt hatte, verließ er den Gerichtssaal als freier Mann. Die Haftbefehle waren aufgehoben worden.

Die beiden Angeklagten machten im Strafprozess keinen Hehl daraus, dass sie gemeinsam mit einem Dritten (der als Zeuge geladen war, jedoch nicht aussagte) auf das Dach des Getränkemarktes gestiegen waren, um durch ein Oberlicht einzusteigen. Eine Plexiglaskuppel hatten sie schon aufgeschnitten. Pech hatte das kriminelle Trio in doppelter Hinsicht: Es löste bei seinen nächtlichen Aktivitäten einen stillen Alarm aus, und die Polizei war auch nicht weit.

Was dann folgte, um die Straftäter dingfest zu machen, war schon der etwas andere Einsatz als üblich für Polizei und Feuerwehrleute aus Syke und Barrien. Der Tatort wurde von mehreren Polizisten umstellt. Mit Hilfe der Drehleiter der Syker Feuerwehr gelangten die Beamten auf das Dach, wo sich die beiden Einbrecher versteckt hielten.

Den Tatort hatte die Feuerwehr ausgeleuchtet. Mit dem Korb der Drehleiter wurden die beiden Täter vom Dach geholt. Der Dritte war zunächst verschwunden, wurde aber später auch erwischt.

Ziel des Einbruchs soll unter anderem Leergut gewesen sein. Während der Anklagevertreter Freiheitsstrafen forderte, waren die beiden Verteidiger der Meinung, dass gegen beide Männer eine Geldstrafe angemessen sei.

Ein Dolmetscher war notwendig, um die sprachliche Barriere zwischen den Angeklagten, der Richterin, dem Staatsanwalt und den Rechtsanwälten zu überwinden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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