Ruinierter Ruf nach außen und vergiftetes Klima nach innen – der Niedergang des Fußballs im TuS Syke

Jahrzehntelange Talfahrt in Etappen

Syke - Von Michael Walter. Die Abwärtsspirale bei den TuS-Fußballern verlief in mehreren Phasen. Sie begann mit dem Abstieg aus der Verbandsliga 1984. Der TuS wurde innerhalb von vier Jahren vier Ligen nach unten durchgereicht. Spieler kamen und gingen, Trainer auch. Oder schlimmer: Sie kamen eben nicht.

1988 hatte sich der Club wieder einigermaßen stabilisiert und bis Mitte der 90er Jahre seine Erste Herren auch immer auf Bezirks-Niveau halten können.

Dann kam mit einem Sponsorenkreis frisches Geld in die Fußball-Sparte – und man versuchte mit Gewalt den sportlichen Rückweg nach oben. „Vielleicht hat man da zu viel gewollt“, sagt TuS-Sprecher Karsten Bödeker, der diese Entwicklung damals noch als Spieler mitverfolgt hatte. „Man hat die verlorenen Eigengewächse damals nicht zurückbekommen, weil der Ruf des Vereins aus den Jahren zuvor gründlich ruiniert war. Und die aktuellen Nachwuchsspieler konnten bestenfalls Zweite Herren spielen, weil die sportliche Leitung für die erste Mannschaft lieber auf Spieler aus anderen Vereinen gesetzt hat.“

Der sportliche Erfolg blieb aus, die Sponsoren zogen sich nach und nach wieder zurück – und das Image des TuS war endgültig im Eimer.

2007 kam es dann zum nächsten Krach: In der Saison 2005/06 hatte die Erste Herren den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Aufgrund der Liga-Reform musste sie 2007 jedoch zwangsweise wieder absteigen – in die gleiche Liga, in die soeben die Zweite Herren aufgestiegen war. Da es aber die Statuten verbieten, dass zwei Teams desselben Vereins in der gleichen Liga spielen, musste die Zweite auf den Aufstieg verzichten.

Da die erste Mannschaft nach ihrem Zwangsabstieg etliche Spieler verließen, hätte die Möglichkeit bestanden, das Team nun durch die Leistungsträger des Aufsteigers zu ergänzen. Doch das gelang nicht. „Für ››die‹‹ spiele ich nicht, war damals die gängige Auffassung in der Zweiten Herren“, erinnert sich Karsten Bödeker.

Dieses vergiftete Klima war der Grundstock für neuerliche Querelen innerhalb der Fußballsparte und zwischen Fußballern und Vereinsspitze. Damit setzte nach und nach die endgültige Auflösung des Herrenbereichs ein, die im Herbst 2014 mit der Abmeldung des letzten noch verbliebenen Teams endete.

Auf den Jugendbereich hatte diese Entwicklung ebenfalls schlimme Auswirkungen. Mehrfach sind in dieser Zeit komplette Nachwuchsjahrgänge zu anderen Vereinen gegangen. Erst ab 2008 konnte der damalige kommissarische Spartenleiter Holger Surm wieder systematische Strukturen im Jugendbereich schaffen.

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