Rotz und Wasser, was das Zeug hält

Überbordende Emotionen bei der Entlassungsfeier der Luise-Chevalier-Schule

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Lachen und Weinen lagen an diesem Tag dicht beisammen.

Syke - Das war anders! Das war besonders! Bei kaum einer anderen Entlassungsfeier an einer Syker Schule sind vermutlich auch nur halb so viele Tränen geflossen wie am Freitagvormittag. Da verabschiedete die Luise-Chevalier-Schule im Syker Theater ihre Absolventen.

Lehrer wie Schüler heulten abwechselnd um die Wette, bis es ihnen die Sprache verschlug. Da mussten Freundinnen auf die Bühne huschen, um unterstützend Händchen zu halten, damit die Rede wenigstens halbwegs verstehbar zuende gebracht werden konnte. Da wurden Taschentücher ans Sprecherpult gereicht. Da wurde tröstend gedrückt, umärmelt und geknuddelt. Rotz und Wasser, was das Zeug hielt.

Die Tränen waren echt. Ein Ausdruck der großen Gefühle, die da beidseitig aufgewühlt wurden. Durch das Bewusstwerden: Da ist etwas zusammengewachsen in den letzten Jahren. Etwas Außergewöhnliches – und das würde jetzt enden. Das Wort Familie fiel auffallend oft in den Beiträgen von Schülern wie von Lehrern. Und das war keineswegs nur so dahergesagt. „Was kann man sich als Klassenlehrer mehr wünschen, als dass ihr euch in der Gemeinschaft wohlfühlt“, brachte einer der Lehrer das auf den Punkt. Natürlich mit ein paar Tränchen im Auge.

Insider bestätigen: Seine Klasse war mal der Chaos-Haufen an der Schule, vor dem praktisch das gesamte Kollegium regelrecht Angst hatte. Jetzt stand da auf der Bühne ein Haufen fast erwachsener Teenager und verteilte und erhielt schluchzend Abschiedsgeschenke. Das Fazit aus Schülerperspektive: „Es war eine schöne Zeit, egal, wie oft Sie uns angeschrien haben.“ Und die junge Kollegin aus der anderen Klasse bekannte: „Ich hab euch lieb! Ihr wart meine erste Klasse und ich werde euch nie vergessen!“

Diese außergewöhnliche Verbundenheit untereinander ist nicht zuletzt das Verdienst von Schulleiterin Petra Raue, die ihrem Kollegium und ihren Schülern gleichermaßen sowohl die notwendigen Anreize als auch Freiheiten gegeben hat, damit so etwas entstehen konnte. Mit großem persönlichen Einsatz und viel Herz. Sie richtete in ihrer Ansprache ihren Dank schlicht an alle, die dabei mitgeholfen hatten, und lenkte ansonsten den Fokus auf die Hauptpersonen des Tages: die Absolventen.

Ein Teil verlässt die Oberschule nach der neunten Klasse, ein anderer nach der zehnten mit dem Hauptschulabschluss. Der Rest geht mit dem einfachen oder dem erweiterten Realschulabschluss. Fast die Hälfte beginnt eine Ausbildung. 15 Schüler machen weiter und gehen dem Abitur entgegen, acht besuchen eine Fachschule. „Bleibt neugierig und offen“, wünschte Raue allen. „Seid empfänglich für die Sorgen anderer, und hört immer auf euch selbst.“ Dann verabschiedete sie ihre Schüler in all deren Muttersprachen – und das sind viele! –einschließlich Plattdeutsch: „Kiek mol wedder rin!“

Grußworte sprachen Bürgermeisterin Suse Laue und Schülersprecherin Alieke Dauen.

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