Rostocker Liedermacher Wolfgang Rieck zeigt sich als brillanter Entertainer

Seemannsgarn mit Simultanübersetzung

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Mit Musik ging es los, und mit Musik hörte es auch auf: Wolfgang Rieck bei „Plattdüütsch op de Deel“ im Kreismuseum.

Syke - Von Michael Walter. Das war schon ein schönes Stück Seemannsgarn, das Wolfgang Rieck seinem Publikum da vorgesetzt hat: Gut drei Dutzend Zuhörer wollten am Freitag Abend auf der Museumsdiele von ihm die plattdeutsche Geschichte von „Peter Lurenz bi Abukir“ hören. Sie hatten einen ausgesprochen spaßigen Abend dabei, und das lag bestimmt nicht nur am Grog, den es in der Halbzeitpause gab.

Lyriker und Liedermacher Wolfgang Rieck hat nicht weit nach dieser Seefahrer-Geschichte suchen müssen: Wie er selbst, stammt der Autor aus Rostock. John Brinckman (gesprochen wie Johann ohne A) hat sie 1868 geschrieben.

Das ist eine ganze Weile her, und damit das nicht zum Problem wird, hat sich Rieck was einfallen lassen. Schließlich ist nicht nur das Mecklenburger Platt ein bisschen anders als das, was man in Syke un umto schnackt. Überhaupt wirkt 150 Jahre alte Sprache heutzutage manchmal etwas umständlich und gespreizt. Und daher liest Rieck gewissermaßen mit Fußnoten. Das heißt, wenn im Text ungewohnte Ausdrücke vorkommen, ist er quasi sein eigener Simultanübersetzer. Das geht überraschend schnell und geschmeidig und hemmt den Fluss der Handlung nicht im geringsten.

Es geht um den Rostocker Kaufmann Peter Lorenz: Kurz gesagt wird der 1798 zufällig erst mitten in die französische und dann in die englische Mittelmeer-Flotte gespült und gewinnt anschließend mit unmaßgeblicher Hilfe von Admirals Nelson die Schlacht bei Abukir. Wobei ihm nicht zuletzt seine herausragenden Entdeckungen in der Navigation zugute kommen: Die horizontale Peilung und der submarine Pegel mit duffeltem Sneller. Was immer das sein mag.

Rieck ist dabei ein brillanter Entertainer. Er liest sozusagen ganzkörperlich. Mit Händen und Füßen. Mit Gestik und Mimik. Er moduliert seine Stimme passend zur jeweiligen Person und ihrer Stimmung, dosiert Tempo und Volumen immer genau richtig.

Der Abend hätte als Lesung ohne Weiteres so für sich stehen bleiben können. Rieck hat ihn noch ein wenig in Musik eingeklammert. Zum Warmwerden und zum Ausklang gab es noch ein paar plattdeutsche Seefahrer-Lieder.

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