TSV Ristedt erhält Auszeichnung vom SoVD-Landesverband

Erster barrierefreier Sportverein im Landkreis

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Marion Bruhm überreichte die Auszeichnung des SoVD-Landesverbands am Dienstag bei der Eröffnung des 16. Württemberg-Cups. Links neben ihr: Markus Schalthöfer und Dieter Hollwedel vom Behinderten-Beirat. Rechts neben ihr: Ortwin Stieglitz vom SoVD-Kreisverband Diepholz und Jens Block vom TSV Ristedt.

Ristedt - Von Michael Walter. Der TSV Ristedt ist der erste behindertengerechte Sportverein im Landkreis Diepholz. Dafür wurde er jetzt vom SoVD-Landesverband ausgezeichnet.

„Damit bin ich denen auch zwei Jahre lang auf den Keks gegangen“, sagt Marion Bruhm schmunzelnd. Fast schon beiläufig hatte die örtliche SoVD-Vorsitzende den Stein ins Rollen gebracht. Im Syker Behindertenbeirat hatte sie eines Tages vom Württemberg-Cup erzählt, einem großen zweiwöchigen Fußballturnier, das der TSV in diesem Jahr zum 16. Mal ausrichtet. Tenor: Da kommen immer ein paar hundert Leute.

„Ist ja alles ganz toll – aber da kommt man mit dem Rollstuhl nicht hin“, hatte Marion Bruhm damals als Antwort zu hören bekommen. Und daraufhin begann sie, den Vereinsvorstand zu bearbeiten, damit sich das ändert.

In Eigenleistung haben die Mitglieder des TSV Ristedt und des Fördervereins Grün-Weiß seitdem das Vereinsgelände umgebaut. Diesem Einsatz zollt Marion Bruhm höchsten Respekt: „Das war ja richtig körperliche Schwerstarbeit. Hut ab“, sagt sie. „Das ging nicht mal eben so. Das haben die richtig toll gemacht.“

TSV-Chef Jens Block ist so viel Lob fast schon peinlich. „So groß war der Aufwand ja gar nicht“, sagt er bescheiden. Wie man‘s nimmt: Per Schild auf dem Parkplatz ein paar Behinderten-Stellplätze auszuweisen, dürfte wirklich nicht die größte Anstrengung gewesen sein. Anders sieht es da schon mit der Rampe zum Sportplatz aus: Die war zwar immer schon vorhanden, aber für Rollstuhlfahrer viel zu steil. Also haben die Mitglieder sie neu gebaut. Flacher, und bei der Gelegenheit auch gleich breiter. „Damit da zur Not auch mal ein Krankenwagen raufkommt“, so Block.

Für den barrierefreien Zugang zum Vereinsheim hat der TSV eine mobile Rampe aus Edelstahl anfertigen lassen, die über die einzige Stufe zur Terrassentür gelegt werden kann.

„Der größte Punkt war aber der Umbau der Behinderten-Toilette in der Sporthalle“, sagt Block. „Die war für Rollstuhlfahrer einfach zu schmal.“ Auch diesen Umbau haben die Vereinsmitglieder in Eigenleistung vorgenommen. Das Material dafür hat die Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt.

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