Aus dem Amtsgericht

Richter sieht „keine andere Möglichkeit mehr“: Notorische Syker Ladendiebin soll ins Gefängnis

Eine Justitiaskulptur, gegen die Sonne fotografiert.
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Was ist die gerechte Strafe, wenn eine Frau immer wieder als Ladendiebin erwischt wird? Der Syker Amtsrichter hält im Fall einer Syker Wiederholungstäterin eine sechswöchige Haftstrafe für angemessen.

Trotz diverser Verurteilungen wegen Ladendiebstahls und dreifacher Bewährung stahl eine Frau in einem Syker Supermarkt - und wurde erwischt. Der Richter im Amtsgericht sah eine neuerliche Geldstrafe als nicht mehr angemessen an. Die Frau soll jetzt in Haft.

Syke – Zahlreiche Einträge im Strafregister und die Tatsache, dass sie unter dreifacher Bewährung stand, hielten eine Frau nicht davon ab, im Januar dieses Jahres erneut zur Ladendiebin zu werden. Sie entwendete in einem Syker Verbrauchermarkt Lebensmittel im Wert von 17,29 Euro und wurde geschnappt. Erschwerend kam dazu, dass sie den Markt trotz Hausverbots betrat, also auch Hausfriedensbruch beging.

Deswegen hatte sich die Frau vor einem Strafrichter des Amtsgerichts zu verantworten.

Die Frau räumte die Vorwürfe ein. „Ja, das stimmt“, sagte sie und berichtete im Gerichtssaal von ihren familiären Problemen. Das seien die Gründe, warum sie immer wieder klaue. Sie hat mehrere Kinder, und ihr Mann habe das eh schon knappe Einkommen durchgebracht. Sie habe für sich und die Kinder kaum Geld gehabt. Die Probleme seien massiv gewesen, behauptet sie. Speiseöl, Weizen, Fleischwurst und andere Lebensmittel hatte sie am Tattag eingesteckt und wollte verschwinden, ohne die Ware zu bezahlen. Das klappte nicht. Es gab eine Anzeige des Marktes.

Der Blick ins Strafregister offenbarte eine ganze Latte an Einträgen. Die Frage war: Was tun mit ihr – angesichts der Vorstrafen und der Tatsache, dass sie bei der Tatausführung unter Bewährung stand, also damit eine Bewährungsversagerin war?

Die Staatsanwältin hielt eine Geldstrafe von 300 Euro (30 Tagessätze zu je zehn Euro) für tat- und schuldangemessen. Das sah der Strafrichter anders. Er verurteilte die Angeklagte zu einem Monat und zwei Wochen Gefängnis – und zwar ohne Bewährung. Angesichts der Vorstrafen machte der Strafrichter klar: „Ich sehe da keine andere Möglichkeit mehr.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sollte die Frau die Strafe antreten müssen, bleibt die Frage, was mit ihren kleineren Kindern wird. Für solche Fälle bietet die Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen in Vechta für jene Frauen, die eine Haftstrafe verbüßen müssen und kleine Kinder haben, den „familiensensiblen Strafvollzug“ an. Sie hält für solche Zwecke eigens ein Mutter-Kind-Haus vor.

Von Dieter Niederheide

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