Liebe auf den ersten Blick

Rektorin Imke Bünstorf will an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Syke-Heiligenfelde bleiben „bis zur Rente“

Imke Bünstorf, Rektorin in Heligenfelde, steht vor einem Bagger.
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Imke Bünstorf hat bis Sommer 2022 eine Großbaustelle vor der Nase. Die Astrid-Lindgren-Grundschule in Heiligenfelde wird modernisiert und zur Ganztagsschule ausgebaut.

Über Corona und Kontaktbeschränkungen ist es ein wenig untergegangen: Die Syker Grundschulen haben wieder neue Rektoren. In unserer kleinen Serie stellen wir sie vor.

Heiligenfelde – Imke Bünstorf und die Astrid-Lindgren-Grundschule in Heiligenfelde: Das war Liebe auf den ersten Blick. „Als ich hierher kam, hab ich gleich gedacht: Hier möchte ich bis zur Rente bleiben“, erzählt sie. „Du merkst gleich auf den Fluren, wie die Atmosphäre ist: Entspannt, engagiert, aber unverkrampft.“

Dabei hätte sie sich durchaus einen glücklicheren Zeitpunkt vorstellen können. Fast das komplette erste Jahr als Schulleiterin verbrachte Imke Bünstorf im Corona-Krisenmodus. Und praktisch zeitgleich mit ihrer offiziellen Ernennung zur Rektorin mutierte die Schule zur Großbaustelle.

In Lüneburg ist Imke Bünstorf 1970 zur Welt gekommen. Aufgewachsen ist sie als mittleres von drei Kindern in einer „typischen“ Lehrerfamilie in der Nähe von Münster. „Für uns war immer klar: Wir gehen weg nach der Schule“, erzählt sie. „Nach der Schule beginnt das eigene Leben. Unsere Eltern hatten uns das immer nahegebracht.“ Und so zog es Imke Bünstorf nach dem Abitur zum Studium nach Oldenburg. „Ich hätte auch zuhause bleiben und mit dem Zug nach Münster fahren können. Aber bleibt man zuhause, bleibt man auch immer Kind.“

Auf den Studienabschluss folgte die Ernüchterung: Imke Bünstorf fand in Niedersachsen keinen Platz für ihr Referendariat. „Nach der zweiten Ablehnung bin ich dann nach Nordrhein-Westfalen gegangen.“ Dort bekam sie zwar ihr Referendariat, aber dafür anschließend keine Arbeit. Also ging es wieder zurück nach Niedersachsen. Konkret: Nach Oberndorf an der Oste. Einem kleinen Nest mit 1400 Einwohnern im Landkreis Cuxhaven und einer Grundschule ähnlich wie Heiligenfelde.

Und dann kam Volker! Maschinenbauingenieur bei einer Konstruktionsfirma am Ort und wie Imke leidentschaftlicher Badminton-Spieler. Im Badmintonverein haben sie sich kennengelernt. „Ich bin im Februar da hingekommen, und am Jahresende waren wir ein Paar.“ Haus gemietet, geheiratet, 2003 kam der älteste Sohn Ole zur Welt, 2005 der zweite, Lasse. 2010 machte mit Magnus Kind Nummer drei die Familienplanung komplett.

„2005 hat Volker dann bei einer Firma in Stuhr angefangen und ist ein Jahr lang gependelt.“ Jeden Tag 100 Kilometer hin und 100 Kilometer zurück. Pro Tour eine Stunde und 40 Minuten. Sofern kein Stau ist. Bünstorfs war klar: Das kann keine Dauerlösung sein. Die fand sich dann in Gestalt eines Baugrundstücks in Syke. „Es geht die Legende in der Familie, Lasse wäre auf einer Styroporplatte geboren“, erzählt Imke Bünstorf mit staubtrockenem Humor. „Das ist nicht wahr!“

Nach der Elternzeit ließ sich Imke Bünstorf versetzen. „Originellerweise an die Grundschule Heiligenfelde. Aber nur als Karteileiche. Meinen ersten Einsatz hatte ich an der Grundschule am Lindhof: ein halbes Jahr als Vertretung.“ Danach wurde sie an die Grundschule Neubruchhausen abgeordnet. „Und dort entstand die Idee, mal in Richtung Leitung zu gehen.“ Hintergrund: Die Schule war lange eigenständig und wurde dann Außenstelle der Grundschule Mittelstraße in Bassum. „Da war ich dann die Verbindungsstelle.“

Die eine oder andere Fortbildung später folgte 2015 der nächste Schritt: Die Konrektorin der Grundschule Kirchweyhe hatte ihren Schulleiter beerbt und brauchte nun eine Nachfolge für sich selbst. Sie kannte Imke Bünstorf aus einer Fortbildung und sprach sie an. Bünstorf wechselte. „Aber es hat einfach nicht gepasst. Ich hab den Job 2018 zurückgegeben. Die Schulbehörde hat mich dann sehr schnell in die Planungsgruppe für die Luise-Chevalier-Grundschule versetzt. Und mit ein paar Stunden nach Heiligenfelde.“

Imke Bünstorf war gerade zweieinhalb Wochen dort, da erkrankte Schulleiter Wolfgang Schmidt schwer. Und die Frage war: Wer kann ihn vertreten? „Ich hatte natürlich gewisse Vor-Erfahrungen. Aber ich hätte nie gedacht, dass mir die Kolleginnen das nach so kurzer Zeit zutrauen. Wir saßen in der Dienstbesprechung und ich bin da quasi ausgeguckt worden.“

Von Februar 2019 bis 2020 war Wolfgang Schmidt dann noch mal im Amt und ging anschließend in den Ruhestand. Imke Bünstorf bewarb sich im Herbst 2019 um die Nachfolge und erhielt die Zusage. „Die Urkunde habe ich allerdings erst Ende November 2020 gekriegt, und seit Dezember bin ich offiziell Rektorin.“ Den gerade begonnenen Ausbau zur Ganztagsschule begrüßt Imke Bünstorf ausdrücklich. „Obwohl es eine OP am offenen Herzen ist. Die Aussicht, unsere Schule in die Jetztzeit zu holen, macht aber Baulärm und Staub besser ertragbar.“ Knapp sechs Millionen Euro investiert die Stadt in Ausbau und Modernisierung. Unter anderem für „richtige“ Funktionsräume und für eine Aula, die auch als Mensa genutzt werden kann. Kein Luxus, betont Imke Bünstorf, sondern überfällig. „Das sind alles Dinge, die haben andere Schulen lange schon.“

Von Michael Walter

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