Hunderte Besucher vor Ort

Großer Andrang beim Blutmond-Gucken auf dem Hohen Berg

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Der Blutmond lockte hunderte Besucher zum Astro-Treffen auf dem Hohen Berg. 

Gessel - Von Heiner Büntemeyer. An einen so großen Andrang auf dem Hohen Berg konnte sich keiner der dort regelmäßig anwesenden Hobby-Astronomen erinnern. Hunderte Besucher waren am Freitag zum Blutmond-Gucken gekommen.

Viele hatten sich Decken und Klappstühle mitgebracht, um sich auf dem fast 60 Meter hohen Berg und an den Abhängen niederzulassen. Sie stiegen auch auf den Aussichtsturm, um dem Mond an diesem Abend noch gut zehn Meter näher zu sein.

„Blutmond“ – allein der Begriff lässt etwas davon erahnen, mit welchen Gefühlen derartige astronomische Ereignisse einst gedanklich verbunden waren. Für moderne Astronomen sind Mondfinsternisse dagegen keine besonderen Himmelserscheinungen mehr. Aber am Freitag war das ein wenig anders: Es war nicht nur eine totale Mondfinsternis, sondern auch die längste für viele Jahrzehnte. 

Hinzu kam wohl auch ein Nachholbedarf unter den Hobby-Astronomen der Region, denn in den vergangenen Jahren hatten die Astrotreffen auf dem Hohen Berg stets unter ungünstigen Witterungsverhältnissen gelitten. Roland Szlagowski, der dieses Treffen organisiert hatte, sprach sogar schon von einer „Überdosis gute Sicht nach den vielen Enttäuschungen“.

Blutmond-Kucken auf dem Hohen Berg in Gessel-Leerßen.

Allerdings verhinderte die auch am späten Abend noch vor Wärme flimmernde Erdatmosphäre die optimale Sicht auf kleinere Objekte am Himmel. So waren etwa auf dem sehr tief stehenden roten Mars auch mit starker Vergrößerung kaum Details zu erkennen. Auch nicht die weiße Polkappe des Planeten. Das lag nach Ansicht von Szlagowski aber auch daran, dass auf dem Mars gegenwärtig heftige Sandstürme toben.

Die Besucher ließen sich von den Astronomen die unterschiedlich leistungsstarken Teleskope erklären, erfuhren Details über Brennweiten und Umkehrspiegel. Vor allem aber wollten sie die Zeit überbrücken, bis der rot leuchtende Mond endlich über dem Osthorizont aufgehen sollte. 

Doch der ließ sich Zeit, denn besonders im Osten war es sehr diesig. Und so dauerte es noch eine Weile, bis er aus dem diffusen Licht heraustrat und sich in seiner dunkelroten Schönheit zeigte. Dann klickten die vielen mitgebrachten Handys und Fotoapparate, aber schnell wurde klar, dass diese nur sehr unzureichend den wirklichen Anblick dieses Himmelsereignisses festhalten konnten.

Vollmond ist für Astronomen vollkommen unspektakulär

Ebenso aufregend war es dann, als sich gegen 23 Uhr zunächst ein schmaler heller Streifen auf dem Mond zeigte, die Röte zurückwich und die schmale Sichel immer größer wurde, bis sich der treue Trabant der Erde wieder in seinem gewohnten Vollmondlicht zeigte. Das ist wiederum für Astronomen völlig uninteressant, weil das gleißende Licht auf der Mondoberfläche keine Details mehr erkennen lässt.

Aber der Blutmond hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass einige Besucher zum ersten Mal zum Hohen Berg gefunden haben. Einige wollen wiederkommen, wenn am zweiten August-Wochenende mit dem Perseiden-Strom bei guter Sicht ein spektakulärer Sternschnuppen-Schauer am Himmel zu erwarten ist.

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