Kirchlicher Hospizdienst nimmt sich zum 20-jährigen Bestehen eines kontroversen Themas an

Reizwort Organspende

Die Vorbereitungsgruppe zur Podiumsdiskussion (v.l.): Jutta Wegg, Dr. Jürgen Lohmeyer, Edeltraud Burkhardt und Heide Wolter. Foto: Horst Meyer

Syke - Von Horst Meyer. Der Hospizdienst der evangelischen Kirchengemeinden Syke, Barrien und Heiligenfelde sowie der katholischen St.-Paulus-Kirchengemeinde Syke blickt in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurück. In der Gruppe suchte man nach Ideen, dieses Ereignis zu würdigen.

Auf der Messe „Leben und Tod“ in Bremen stieß Edeltraut Burkhardt auf das Thema Organspende. „Ein Thema, das auch in unserer Gruppe bewegt und mit dem wir bei den von uns Betreuten immer mal wieder in Berührung kommen“, erläutert sie im Pressegespräch. Jürgen Lohmeyer ergänzt: „Was sollen wir unseren Betreuten sagen? Wir beraten ja nicht, wir versuchen nur zu informieren.“

„In der Gruppe merkten wir schnell, dass wir sofort im Thema waren“, erläutert Jutta Wegg. „Bei unserer Suche nach interessanten Gesprächspartnern wurden wir in der Region fündig“, berichtet Jürgen Lohmeyer. „Am 19.  September ab 19.30 Uhr beleuchten wir das Thema in einer Podiumsdiskussion im Syker Rathaus. Der Eintritt ist frei“, führt er weiter aus.

Dr. Uwe Kuhlmann berichtet als Transplantationsmediziner aus Bremen aus seiner praktischen Arbeit. Jan-Ole Lüers aus Syke beleuchtet die juristische Seite als Fachanwalt für Medizinrecht. Prof. Ingrid Schneider aus Hamburg nimmt sich als Politologin und Sachverständige für Bio- und Medizinethik sowie Mitglied der Ethikkommission der ethischen Problematik an.

Holger Tietz hat als Notfall- und Feuerwehrseelsorger oftmals Berührungspunkte zum Thema. Karl-Heinz Meyer aus Weyhe vervollständigt das Podium. Er hat vor einigen Jahren nach langer Leidenszeit eine neue Lunge bekommen und berichtet aus Sicht eines zufriedenen Patienten.

Im ersten Teil der Veranstaltung erläutern die Teilnehmer des Podiums die Thematik aus ihren Blickwinkeln. Im zweiten Teil sollen auch Besucher mit ihren Fragen zum Zuge kommen.

Kann ich per Gesetz zur Organspende verpflichtet werden? Habe ich auch ein Anrecht auf ein Organ, wenn ich selbst nicht spenden möchte? Ich würde ja gerne spenden, aber... Das sind nur einige der Fragen und Aussagen, die zu erwarten sind. Die Veranstalter hoffen auf eine rege Diskussion, in der sie auch Ängste mindern möchten, die mit dem Thema verbunden sind.

Damit keine Frage offenbleibt, kann jeder Interessent und jede Interessentin vorab Fragen einreichen. Auch während der Veranstaltung steht ein Zettelkasten für weitere Eingaben bereit.

Die Organisatoren rechnen mit vielen Besuchern und bitten darum, sich vorab unter 04242/ 2361 oder per Mail unter juergen-lohmeyer@t-online.de anzumelden. Über diese Mailadressen können auch Fragen eingereicht werden, auf die man vom Podium Antworten erwartet.

„Im Jubiläumsjahr besteht der Hospizdienst aus 23 ehrenamtlichen Mitarbeitern, von denen etwa die Hälfte von Beginn an dabei ist“, weiß Heide Wolter zu berichten. „Wir stehen unabhängig von einer religiösen oder weltanschaulichen Zugehörigkeit zur Verfügung, wenn eine lebensvermindernde Diagnose vorliegt“, berichtet sie weiter.

Der Hospizdienst hat nichts mit dem bekannten Kinderhospiz in Syke zu tun. Es handelt sich um ein eigenständiges Angebot. Als weitere Veranstaltung zum Jubiläum gibt es am 22. September in der Heiligenfelder Kirche einen Festgottesdienst.

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