Umzug nach Osterholz

Reitverein Okel: Räumungsklage auf den letzten Drücker

Umzug mit Hindernissen für den Reit- und Fahrverein Okel – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Von links: Carsten Hillmann, Andreas Greimann und Stefan Söfken vom Vereinsvorstand.
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Umzug mit Hindernissen für den Reit- und Fahrverein Okel – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Von links: Carsten Hillmann, Andreas Greimann und Stefan Söfken vom Vereinsvorstand.

So hatten sie sich das beim Reit- und Fahrverein Okel nicht vorgestellt: Kurz bevor der Verein mit Sack und Pack sein angestammtes Gelände am Schützen- und Reiterhof ohnehin verlässt, flatterte dem Vorstand noch eine Räumungsklage ins Haus. Per sofort. „Ich verstehe gar nicht, was dieser Druck jetzt soll“, sagt Vorsitzender Andreas Greimann.

Okel – Grundeigentümerin und Verpächterin Annette Arndt sagt: „Ich mache lediglich von meinem Recht Gebrauch. Irgendwann muss einfach mal ein Strich gemacht werden.“ Irgendwann – das wäre laut Andreas Greimann spätestens der 31. Mai. Bis dahin will der Verein das Gelände geräumt haben. Irgendwie scheint Annette Arndt aber genau das nicht zu glauben. Das Gericht hat über die Räumungsklage noch nicht entschieden. Es gibt auch noch keinen Termin.

Verlängerung des Pachtvertrags blieb überraschend aus

Blick zurück: Seit mehr als 40 Jahren ist der Reit- und Fahrverein Pächter bei Familie Arndt. Als der letzte Vertrag langsam auslief, war der Vorstand überzeugt, eine Verlängerung um mindestens weitere 25 Jahre sei eine reine Formalie. Doch dem war nicht so. Von 2015 bis 2019 zogen sich die Verhandlungen hin – über das Ablaufdatum hinaus. Ohne Ergebnis. Selbst ein Moderationsverfahren brachte keine Einigung, und so erhielt der Verein 2019 die Kündigung.

Der Vorstand plante, im Ort ein eigenes Gelände gegenüber vom Golfplatz zu erwerben. Doch das hatte aus mehreren Gründen nicht geklappt. Ohne neues Quartier blieb den Reitern wenig übrig, als auf dem alten Gelände zu bleiben. Annette Arndt duldete das – mehr oder weniger zähneknirschend. Die Zahlung der Pacht war seitdem nicht mehr geregelt.

Reitverein hat einen Großteil des Abbaus bereits erledigt

2020 beschloss der Verein, seinen Standort nach Osterholz zu verlagern. Dort entsteht am Gasthaus Hillmann eine neue Reithalle samt Stallungen und Außengelände (wir berichteten). Der Bauantrag ist gestellt. „Wir erwarten die Baugenehmigung noch im April“, sagt Andreas Greimann. „Dann dauert es sechs Wochen, bis die neue Halle steht.“ Das wäre dann Anfang Juni. Ein Auszug zum 31. Mai in Okel würde einen nahtlosen Übergang ermöglichen.

Von den Aufbauten und Hindernissen auf der Fahrstrecke (hier ein Archivbild) ist nichts mehr übrig geblieben.

Mit dem Abbau in Okel könnte der Verein dann gerade so fertig sein. Der Stand jetzt ist: „Strom, Wasser, Flutlicht ist alles raus“, so Greimann. „Es liegt nicht ein Kabel mehr auf dem Außengelände. Alle Hindernisse auf der Fahrstrecke sind abgebaut. Auf dem Reitplatz ist der Sandboden ausgekoffert und teilweise wieder mit Mutterboden aufgefüllt. Da muss aber noch zusätzlicher Boden aufgefahren werden. Zwei Container und eine alte Fertiggarage müssen noch abgebaut werden. Das ist bis Ende April erledigt. Dann muss noch das Pflaster aufgenommen und die Fläche wieder einplaniert werden.“

Kein Vertrag: Reitverein war zwei Jahre kostenlos auf dem Gelände

Die Reithalle ist Eigentum des Vereins. „Die geht zu einem gutachterlich festgelegtem Preis an Annette Arndt über“, sagt Greimann. Was mit dem Hallenboden, den Tribünen und den Werbebanden passiert, sei noch offen. „Das muss geprüft werden.“

Hört sich doch eigentlich nach einem sehr friedlichen Abschied an. Und vor allem: Nach einem absehbaren. Warum dann jetzt noch eine Räumungsklage auf den letzten Drücker? Annette Arndt sagt: „Es sind Menschen da, die auch gerne in die Halle möchten und mich fragen, wann.“ Ihre Anwältin Petra Meyer erklärt: „Raus bis Ende Mai ist lediglich ein Lippenbekenntnis des Vereins. Rechtsverbindlich darauf festlegen lassen wollte er sich nicht. Wenn er bis dahin nicht ausgezogen ist, ist er eben nicht ausgezogen und bleibt weiter da. Vielleicht noch ein halbes Jahr?“

Darüber hinaus habe der Verein die Anlage jetzt zwei Jahre lang kostenlos genutzt, da es ja keinen bestehenden Pachtvertrag mehr gibt. Ja, hat ihm denn nie jemand eine Rechnung geschrieben? „Sie können nur eine Rechnung schicken, wenn Sie einen Anspruch haben“, sagt Petra Meyer. „Wir haben versucht, darüber zu verhandeln, sind aber nie zu einer Einigung gekommen.“

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