Fahrzeuge und Erinnerungen an Anno dazumal

Okeler Nostalgiemuseum: Reise in die „gute alte Zeit“

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Frischgebackenes mit frischgebackenen Museumsdirektoren: Elke und Wolfgang Kaeding. 

Okel - Von Ulf Kaack. Um eine Attraktion reicher ist die Hachestadt seit dem Osterwochenende: Am Sonntagnachmittag öffnete das Nostalgiemuseum auf dem Saal der ehemaligen Gaststätte Winkelmann in Okel seine Pforten. Hauptattraktion sind dabei historische Autos, Motorräder und Drahtesel, außerdem die Dorfgeschichte Okels sowie wechselnde Sonderausstellungen.

Arbeitsreiche Wochen liegen hinter Elke und Wolfgang Kaeding, die das Museum mit angeschlossenem Café in Eigeninitiative auf die Beine gestellt haben. Putzen und Renovieren, Dekorieren und das Gestalten der Ausstellung bestimmten bis zuletzt den Alltag der beiden Enthusiasten. Außerdem nahm die Beschaffung der rund 250 kleinen und großen Exponate, deren Aufarbeitung und Kennzeichnung großen Raum ein. Doch jetzt ist alles perfekt, die 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche präsentieren sich gut bestückt. Okay, eine Außenwerbung am Museum fehlt noch.

Die Besucherzahlen signalisierten am Eröffnungstag trotz der Osterfeierlichkeiten ein großes Interesse. Elke Kaeding: „Viele Menschen aus Okel wollten natürlich sehen, was sich hier im Ortskern und in ihrem Traditionsgasthaus entwickelt hat. Und auch aus der regionalen Oldtimerszene haben viele Freunde und Weggefährten vorbeigeschaut.“ Unschwer zu erkennen, parkten doch verschiedene Oldies vor dem Museumsportal.

Historischen Automobile als „Eyecatcher“

Unbestritten sind die historischen Automobile auf dem ehemaligen Tanzparkett die „Eyecatcher“: Neben dem 1928 gebauten Citroën C 6 F der Kreissparkasse (wir berichteten) eine cremeweiße Borgward Isabella Limousine und ein offener Roadster-Eigenbau auf Basis eines Lloyd-Alexander TS samt Anhänger und offenem Sportboot. Ein dreirädriger Pritschenwagen von Goliath komplettiert das Dreiergestirn aus dem Borgward-Konzern. Außerdem zu sehen gibt es eine erstklassig restaurierte „Knutschkugel“ – eine BMW-Isetta aus der frühen Nachkriegszeit – und ein sechsrädiges Offroad-Amphibienfahrzeug der Marke Solo aus Sindelfingen. Keine hundert Exemplare dieses All-Terrain Vehicles verließen in der 70er-Jahren die Werkshallen des Herstellers.

Der Exot unter den schmucken Oldies ist das lindgrüne Amphicar 770 – ein schwimmfähiges Automobil, von dem in den 60er-Jahren rund 3 500 Exemplare in Berlin gebaut wurden. Ergänzt wird das Ensemble durch antiquierte Zweiräder. Ältestes Ausstellungsstück ist ein Hochrad, das 1880 in Frankreich auf seine gusseisernen Räder gestellt wurde.

Premiere für das Nostalgiemuseum am Ostersonntag: Vor allem Bürger aus Okel und Liebhaber historischer Automobiltechnik interessierten sich für die Kleinode in der 300 Quadratmeter großen Ausstellung. 

Weitere Drahtesel verschiedener Größen, Bauarten und Epochen werden aus der Fahrradsammlung von Hans Göbel aus der Barrier Butze beigesteuert. Auch Motorräder und Mopeds gibt es zu sehen, darunter eine Herkules Wankel 2000 mit einstmals innovativem Kreiselkolbenmotor.

Zweite konzeptionelle Säule des Nostalgiemuseums ist die Okeler Dorfgeschichte. Die wird anhand von alten Fotografien und Dokumenten nachgezeichnet, zugeliefert vom Syker Stadtarchiv. Diverse alte Möbelstücke, ein historisches Klavier und Gegenstände des täglichen Lebens erinnern, teils in Vitrinen adäquat in Szene gesetzt, an die „gute alte Zeit“.

Bei so viel historischem Input verlangt so mancher Gast nach einer Pause. Und auch darauf sind die beiden frischgebackenen Museumsdirektoren vorbereitet: In historischem Ambiente haben sie ihr Museumscafé platziert, in dem zu einer Kaffeetafel „Anno dazumal“ eingeladen wird. Bis zu 30 Gäste finden hier Platz.

Nostalgiemuseum öffnet seine Pforten

Für die Zukunft haben die Kaedings noch eine ganze Menge Ideen auf Lager. So sind Vortragsveranstaltungen und Lesungen zu historisch-technischen Themen geplant. Außerdem Sonderausstellungen, die beispielsweise über die Fliegerei, Maritimes, Eisenbahnen, Rundfunktechnik oder die Rolle von Frauen in der Frühphase der Automobilgeschichte Auskunft geben.

„Bei allen ausgestellten Oldtimern handelt es sich um Leihgaben ihrer Besitzer“, erläutert Wolfgang Kaeding das museale Konzept. „Das gibt uns die Möglichkeit, die Exponate in Zyklen zu tauschen. Dadurch gibt es im Nostalgiemuseum immer wieder Neues zu entdecken. Es wird nicht langweilig werden, man kann uns durchaus häufiger besuchen.“ Geöffnet hat das Nostalgiemuseum immer samstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr.

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