Reiner Flath und Jan Weber inspizieren Pipelines aus der Luft

Ungeplante Zwischenlandung

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Pilot Reiner Flath erlebt als Pipeline-Inspekteur die kuriosesten Dinge.

Syke - Von Michael Walter. „Nanu? Da steht ja ein Hubschrauber mitten auf dem Feld!“ – Nicht wenige Autofahrer dürften sich gestern Vormittag über diesen Anblick zwischen Syke und Barrien gewundert haben. Einige riefen sogar bei uns an, und wir haben uns das mal angesehen.

Zwei Männer vertreten sich die Füße vor dem weißen Helikopter, der da auf einem Feldweg steht. Reiner Flath und Jan Weber warten auf besseres Wetter.

Über Syke scheint da zwar gerade die Sonne an einem nahezu wolkenlosen blauen Himmel. „Fünf Kilometer weiter da hinten ist aber alles zu“, winkt Flath mit dem Arm in Richtung Okel. Und dann zeigt der Berufspilot auf das Feld vor sich: „Hier vorne beginnt die Kontrollzone des Bremer Flughafens. Und weil dort am Tower ebenfalls dichter Nebel ist, haben sie uns nicht in ihren Luftraum gelassen. Deshalb mussten wir hier landen.“

Aber das darf man doch außerhalb ausgewiesener Flugplätze gar nicht?

„Wir schon“, grinst sein Kollege Jan Weber und erklärt: „Wir dürfen überall landen. Wir inspizieren die Gaspipeline.“

Normalerweise bekämen die Leute davon gar nichts mit, sagt der 34-jährige Luftbeobachter, aber solche Inspektionsflüge gibt es alle 14 Tage. „Bei manchen Pipelines sogar noch öfter“, sagt er. „Das ist gesetzlich so vorgeschrieben.“

Weber und Flath haben hauptsächlich alle Baumaßnahmen im Blick, die 100 Meter links und rechts der Erdgasleitung liegen. „Von der Autobahnbaustelle bis zum Kleingärtner, der sich einen Brunnen gräbt“, so Flath. „Da sind etwa 60 Bar Druck drauf“, sagt Weber mit Blick auf die Markierungen, die den Verlauf der Pipeline im Gelände anzeigen. „Wenn da einer reinhaut...“

Eigentlich sollte das gar nicht möglich sein. Doch nicht jeder hält sich an die geltenden Bauvorschriften. „Es gibt die kuriosesten Dinge“, sagt Reiner Flath. „Gerade vor ein paar Tagen haben wir eine nicht genehmigte Baustelle in unmittelbarer Nähe einer Erdgaspipeline gesehen. Die Behörden haben diese Baustelle daraufhin sofort stillgelegt.“

Das war bei Fulda. Der 60-jährige Pilot und sein Luftbeobachter kommen ganz schön rum. „Gestern sind wir in Koblenz gestartet, heute in Leer. Jetzt waren wir auf dem Weg nach Berlin, als der Tower uns runter beordert hat. Bis zum Nachmittag sollten wir dort sein.“ Sofern sich der Nebel über Okel lichtet.

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