Bauausschuss diskutiert städtebauliches Entwicklungskonzept und Neubaugebiet

Rein in die gute Stube!

Foto oben: Die beiden Äste Gartenstraße und Bahnhofstraße umfasst das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept. Foto rechts: Reicht der Mühlenkamp als Zuwegungsstraße für das geplante Neubaugebiet in Heiligenfelde aus? Anwohner und Ausschussmitglieder äußerten in der Sitzung des Bauausschusses Zweifel. Fotos: Jaursch / Google, Stadt Syke

Syke/Heiligenfelde - Von Frank Jaursch. Maskenpflicht, Abstandsgebot, regelmäßige Lüftungspausen: Die Sitzungen der politischen Gremien standen am Donnerstag im DGH Heiligenfelde weiter im Zeichen von Corona. Doch es ist ein Glück, dass Syke so überhaupt die Möglichkeit hat, seine Projekte durch die Räte und Ausschüsse zu tragen. Auf diese Weise legten mehrere zukunftsweisende Maßnahmen eine weitere Etappe zurück.

Die wohl längste Vorgeschichte hat dabei das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) für den Bereich Bahnhofstraße und Gartenstraße. Seit einer gefühlten Ewigkeit schon versucht der Syker Ortsrat, den Weg vom Bahnhof in die „gute Stube“ der Stadt attraktiver zu gestalten – bislang weitgehend erfolglos.

Das neueste Signal aus dem Bauausschuss ließ Sykes Ortsbürgermeister Peter Jahnke aber unter seiner Maske strahlen: Einstimmig empfahlen die Mitglieder, sich mit dem Isek für das Städtebauförderungsprogramm zu bewerben und die dafür erforderlichen Mittel von geschätzten 770 000 Euro in den folgenden Haushaltsjahren bereitzustellen.

Die Zeit drängt: Bis zum 1. Juni muss der Syker Antrag eingegangen sein. Das Konzept – erstellt von der Oldenburger Stadterneuerungsgesellschaft Re.urban – ist ebenso Voraussetzung für einen erfolgreichen Antrag wie die Bereitschaft der Stadt, selbst ein Drittel der Kosten zu übernehmen – die anderen zwei Drittel kämen aus den Fördertöpfen.

Karen Strack, Geografin und Re.urban-Geschäftsführerin, umriss die derzeitigen Zustände („Missstandsplan“) ebenso wie mögliche Wege zum Ziel, die Bahnhofstraße als attraktiver gestaltete Achse vom Bahnhof in die Innenstadt auszubilden und die Gartenstraße, insbesondere das anliegende Raiffeisengelände, zu entwickeln. Noch sei es nicht an der Zeit, über einzelne Maßnahmen zu reden, so Strack. „Es geht um den roten Faden.“

Angesichts der Aussicht auf üppige Fördermittel hielt es nicht nur Wilken Hartje (CDU) für „schwer, Nein zu sagen“. Er wies auf die herausfordernde finanzielle Lage der Stadt hin, erklärte aber, man solle sich nicht von der Angst ausbremsen lassen. Reinhard Hansemann (FDP) rechnete den städtischen Anteil auf die Dauer der Fördermaßnahme von etwa zehn Jahren herunter. Diese 77 000 Euro pro Jahr „sollte uns das ganze Areal schon wert sein“.

Vorläufig unklar blieb indes, wie man mit einer möglichen Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen in Syke umgehen würde. In der aktuellen Planung sollen sich die Anlieger mit insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro an der Straßenerneuerung von Bahnhofstraße und Gartenstraße beteiligen, die mögliche Abschaffung dieser Beiträge in Syke befindet sich allerdings seit Monaten in der Diskussion.

Ungeachtet dieser und weiterer Unsicherheiten gab der Ausschuss einstimmig die Empfehlung für die Bewerbung um Fördermittel. Nach dem Antrag hat man erst einmal reichlich Zeit: Bis zur möglichen Bewilligung der Fördermittel vergeht laut Karen Strack etwa ein Jahr.

Schneller soll es beim ersten größeren Neubaugebiet in Heiligenfelde seit geraumer Zeit gehen: Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan (B-Plan) „Heiligenfelder Kämpe“ passierte sowohl den Bauausschuss als auch den ebenfalls tagenden Heiligenfelder Ortsrat „in einem Abwasch“. Östlich der B  6, nördlich der Königstraße soll ein 25 bis 30 Baugrundstücke umfassendes Gebiet entstehen. Dafür gab es größtenteils lobende Worte. Widerstand regte sich nur in der Frage der möglichen Zuwegung, die nach ersten Planungen ausschließlich über den Mühlenkamp laufen soll – eine schmale, verkehrsberuhigte Straße, die nach Ansicht von Anwohnern und Ausschussmitgliedern gleichermaßen so viel Verkehr nicht aufnehmen könnte. Marlene Früchtenicht (FWG) regte die Schaffung einer zweiten Zuwegung an.

Sie beantragte zudem die Berücksichtigung von „bezahlbarem Wohnraum“, sorgte damit aber bei Wilken Hartje für Widerspruch. „Der Bedarf in Heiligenfelde sind vornehmlich Einzel- und Doppelhäuser“, betonte der Ortsbürgermeister. Sozialer Wohnungsbau müsse zudem ortsplanerisch passen – „und da passt das nicht hin“.

Ortsrat und Bauausschuss votierten einstimmig für den Aufstellungsbeschluss. Zuwegung und mögliche Gestaltung der Bauplätze werden zu einem späteren Zeitpunkt Thema.

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