Neuvergabe der Linienbündel: Landkreis erwartet Kosteneinsparungen

Regionalverkehr bald günstiger für Kommunen?

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Knotenpunkt Bassumer Bahnhof: Ab dort geht es mit dem Bus in verschiedene Richtungen weiter.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Mit dem Schnellbus von Bruchhausen-Vilsen nach Bremen: Das lässt sich beispielsweise die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen Jahr für Jahr 25.053 Euro kosten. Entlastung nicht ausgeschlossen: Von der Neuvergabe der Leistungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) könnten sowohl die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen als auch andere Kommunen profitieren. Wann und wie, das diskutierten die Mitglieder des Schulausschusses im Syker Gymnasium.

Hintergrund ist die Neuvergabe der sogenannten Linienbündel, die 2018 für den nördlichen und 2019 für den südlichen Landkreis Diepholz anstehen. Mit Auslaufen der Altverträge sollen insgesamt fünf Linien auf den Landkreis zurückgeführt – sprich die Kommunen entlastet – werden, das empfahl der Ausschuss bei einer Enthaltung (Susanne Cohrs, SPD). Allerdings nur unter der Maßgabe, „dass bei zukünftigen wettbewerblichen Vergaben Kostenvorteile erzielt werden, die die Übernahme von Finanzierungsanteilen der Gemeinden ermöglichen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Mit anderen Worten: Nur wenn die Aufträge billiger – sprich preiswerter – vergeben werden können als bisher, ist eine finanzielle Entlastung der Kommunen möglich.

Die Kriterien für diese Entlastung erläuterte Erster Kreisrat Wolfram van Lessen im Schulausschuss. Mindestens drei Jahre muss eine Linie bereits zum Nahverkehrsangebot gehören – mit dem Status „Regionallinie“.

Fünf solcher Linien mit kommunaler Förderung erfüllen diese Kriterien. Da ist zum einen die Linie 101, die von Bremen über Brinkum nach Bassum läuft. Der Gesamtzuschuss-Bedarf beträgt 81.000 Euro, von denen die Gemeinde Stuhr 30.500 Euro trägt. Der Landkreis Diepholz zahlt 10.000 Euro, der Zweckverband Bremen-Niedersachsen (ZVBN) 40.500 Euro.

Die Linie 102 verbindet Bremen, Brinkum und Syke. Ihren Zuschussbedarf in Höhe von 63.032 Euro tragen der ZVBN mit 39.032 Euro und der Landkreis Diepholz mit 24.000 Euro. Exakt 135.597 Euro Zuschuss ist für die Linie 121 (Bremen, Dreye, Kirchweyhe) erforderlich, an der sich der ZVBN mit 59.307 Euro und die Gemeinde Weyhe mit 48.492 Euro beteiligen. Den Rest zahlen Kommunen außerhalb des Landkreises, die ebenso von der Linie profitieren.

Von Bassum bis nach Sulingen führt die Linie 123 (Zuschussbedarf: 36.000 Euro), die ZVBN (9.890 Euro) und Landkreis (12.075 Euro) sowie die Städte Sulingen (6 526 Euro) und Bassum (4.000 Euro) gemeinsam mit der Samtgemeinde Schwaförden (3.509 Euro) unterstützen.

Die Linie 150 führt von Hoya über Bruchhausen-Vilsen und Brinkum nach Bremen. Zuschussbedarf: 72.074 Euro, von denen die Samtgemeinde Hoya (Landkreis Nienburg) 5.000 Euro zahlt, die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen 25.053 Euro, der Landkreis 16.000 Euro und der ZVBN 26.021 Euro.

Weitere Linien sollen nicht in die neue Regelung aufgenommen werden. „Da wo der Landkreis bisher nichts bezahlt hat, sollten wir kein neues Fass aufmachen“, so Dieter Engelbart (CDU).

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