Suche nach dem perfekten Schlag

Redakteur zu Selbstversuch auf dem Golfplatz in Okel

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Selbstversuch beim Golfklub Syke: Redakteur Andree Wächter (vorne) lässt sich vom erfahrenen Golfer Harald Zander in das Geheimnis des richtigen Schwungs einweihen.

Syke - Von Andree Wächter. Golf – eine Bezeichnung für ein Auto, das Lebensgefühl einer ganzen Generation und eine Sportart. Die beiden ersten Punkte habe ich schon erledigt. Nun habe ich das Trio komplettiert und einige Bälle auf dem Golfplatz in Syke geschlagen.

Wer diesen Sport auch einmal ausprobieren möchte, der hat am Tag des Sports, am Sonntag, 18. Juni, in Weyhe Gelegenheit dazu. Der Golfklub Syke ist dort mit einem Stand vertreten. Vor Ort können die Besucher Abschläge und das Einlochen ausprobieren.

Beim perfekten Schlag spürt der Spieler keinen Widerstand

Klubmanager York Stolte und Golfer Harald Zander nahmen mich für meine Übungsrunde im Klubhaus in Empfang. Bevor wir aufs Grün gehen, macht Stolte ein Versprechen: „Du wirst heute den perfekten Ball spielen.“ Laut Stolte fühlt sich jeder Schlag anders an. Perfekt ist er, wenn der Spieler keinen Widerstand spürt. „Wie ein heißes Messer, das durch Butter geht. Man hört es am Klang, ob ein Golfer den Ball sauber getroffen hat.“ Ich bin mir nicht sicher, ob der Erwartungsdruck nicht doch zu hoch ist. Aber nun gibt es kein Zurück mehr.

Auf der sogenannten Driving Range gilt es, den kleinen Ball möglichst weit zu befördern. Von den 14 Schlägern empfehlen mir die Experten das „Eisen 6“, das am Ende eine schräge Kante mit Rillen hat. Sie bewirken, dass der Ball Effet bekommt und somit gerade fliegt.

Ungewohnte Körperstellung

Den Ball richtig zu treffen, ist gar nicht so einfach. Einige Luftlöcher sind dabei. Doch die Profis geben mir die richtigen Tipps. Der Stand der Füße soll parallel sein, leicht gebeugt in den Knien und das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt. Die Hände umfassen den Schläger so, dass die linke Hand oben ist. Für mich als Rechtshänder fühlte es sich ungewohnt an. Der Schwung kommt aus dem gesamten Oberkörper. Der Abstand Auge – Ball soll bis zum Treffen des Balls gleich bleiben. Mit viel Energie schwingt mein Schläger nach vorne. Der Ball fliegt einige Meter weit. „Versuch mal, durchzuschwingen“, so der Tipp von Stolte. Nach dem Treffen des Balls geht die Bewegung weiter. Der Oberkörper dreht sich in Richtung Ziel. Nach einigen Versuchen klappt es schon ganz gut.

Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken geht es weiter zum Putten. Der Ball befindet sich wenige Meter vom Loch entfernt. Beim Putten kommt es auf Fingerspitzengefühl an. Bevor ich das Lochen übe, gehe ich in die Hocke und analysiere den superkurz geschorenen Rasen. Schon leichte, kaum sichtbare Höhenunterschiede beeinflussen den Weg des Balls.

Im klassischen Golfspiel geht der Sportler neun bis zehn Kilometer

Mit dem Grundwissen versorgt, geht es endlich raus auf die Bahn. Ich darf mein erstes Loch spielen. Vom Start bis zum Ziel muss ich eine Distanz von 345 Metern überwinden. Schon nach dem Abschlag wird deutlich, dass ich mit der Vorgabe „Par 4“ – also vier Schläge vom Start bis zum Loch – niemals hinkommen werde. Aber darum geht es auch nicht. Zu ersten Mal spüre ich, wovon alle Golfer schwärmen: Ruhe, sich in der Natur bewegen und mit netten Menschen zusammen sein.

Auf dem Weg zu unseren Bällen erzählt mir Stolte von den Vorteilen dieser Sportart. Golf sei für die ganze Familie geeignet. Der Grund: Jeder spielt auf seinem Level. Die Unterschiede in der Leistung werden durch Handicaps ausgeglichen. Einfach gesagt: Ein nicht so guter Spieler darf mehr Schläge benötigen als ein besserer Akteur. So können alle Leistungsstufen zusammen spielen. Die klassische Länge eines Golfspiels beträgt 18 Löcher. In dieser Zeit geht ein Sportler neun bis zehn Kilometer. Dazu kommt die Konzentration bei den Schlägen.

Ein, zwei perfekte Schläge waren vielleicht schon dabei

Inzwischen sind wir bei den Bällen angekommen. Nacheinander putten wir unsere Bälle ins Loch. Meine beiden Mentoren haben es locker mit den vier Schlägen hinbekommen. Ich benötige mehr Versuche. Doch nach dieser Spielrunde kann ich verstehen, warum Menschen vom Grundschüler über Teenager bis zum Senior Golf spielen.

Klubmanager York Stolte hatte mir den perfekten Schlag versprochen. Obwohl die meisten meiner Abschläge auf der Driving Range ein breites Streufeld hatten, waren ein, zwei Bälle dabei, die ich so getroffen hatte, wie ich es mir vorgestellt habe. Und ja, ich spürte keinen Widerstand.

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