Jäger reduzieren Abschüsse

Rebhuhn auf dem Rückzug

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Sein Feind ist der Fuchs: das Rebhuhn.

Neubruchhausen - Von Dieter Niederheide. Traurig, aber wahr: Von einem dramatischen Rückgang der Rebhühner sprach vor der Jägerschaft Syke im Gasthaus „Zur Post“ in Neubruchhausen nicht nur Dr. Eckhard Gottschalk von der Universität Göttingen.

Auch Jägermeister Dr. Ludwig Reeßing mahnte: „Lassen Sie die Jagd auf Rebhühner ruhen.“ Zurückhaltung wurde bereits im Jagdjahr 2016/17 geübt. Es wurden zwei Rebhühner gestreckt, drei wurden Opfer des Straßenverkehrs.

In der Tagung unter Leitung des Vorsitzenden Dr. Hans-Jürgen Hamann (Syke) referierte Dr. Gottschalk über das Rebhuhn-Schutzprojekt im Landkreis Göttingen. Überall in Europa, so der Vortragende, geht der Bestand dieser Art beängstigend zurück. Im Landkreis Göttingen wurde eine hohe Anzahl von Blühstreifen von Landwirten angelegt – als Schutz für die bedrohten Tiere und andere Brutvögel. Außerdem wurden 1 000 Rebhühner mit einem Sender bestückt. Natürliche Feinde dieser Art sind, so der Biologe, vornehmlich der Fuchs, Katzen und Greifvögel. Die Jägerschaft Syke hat, so der Vorsitzende, bereits Blühstreifen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Saatveredlung, Landwirten und mit wissenschaftlichen Untersuchungen angelegt, um den Lebensraum für das Niederwild zu verbessern.

Wolf sorgt für Diskussionen

In der Tagung, die von Jagdhornbläsern mit Jagdsignalen begleitet wurde, ging stellvertretender Landrat Volker Meyer auf den Verzicht des Landkreises auf die Jagdsteuein, wofür sich die Jäger mit der Fallwild-Beseitigung revanchieren.

Klar, dass das Thema Wolf nicht fehlen durfte. Dazu sagte Meyer in seiner Eigenschaft als CDU-Landtagsabgeordneter, dass der Niedersächsische Umweltminister sich wegducke. In anderen Ländern sei dieses Tier längst im Jagdrecht verewigt. Ein weiteres brisantes Problem schnitt Meyer mit der bleifreien Munition an: Es sei bekannt, dass die Wirkung von bleifreier Munition eher zu Tierquälerei führe und kein Beitrag zum Tierschutz sei.

CDU: Verschärfung des Waffenrechts nicht nötig

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig hob das Engagement der Jäger im Naturschutz und der Landschaftspflege hervor. Auch er ging auf den umstrittenen Wolf ein. Der Bundesregierung sei bewusst, dass es in der Gesellschaft ein erhebliches Konfliktpotenzial zum Wolf gebe. Daher sei ein aktiver Herdenschutz – Aufgabe der Bundesländer – und eine umfassende Information zum Umgang mit dem Wolf die einzige Möglichkeit, um auch die Nutztierbestände vor dem Riss zu schützen. Im Landkreis seien die meisten Fälle von Wolfsriss im Gebiet um Barnstorf/Sulingen sowie Ströhen/Wagenfeld vorgekommen. Das „zweite Gesetz zur Änderung des Waffengesetzes“ solle, so Knoerig, bald verabschiedet werden. Nach Auffassung der CDU sei eine Verschärfung des Waffenrechts nicht nötig, es gehe vielmehr um die Bekämpfung der illegalen Beschaffung von Waffen im Darknet.

Vorsitzender Hamann bezog in seinem Bericht unter anderem Position zur Wildtiererfassung und betonte, dass diese eine erste Möglichkeit zur nachhaltigen Beobachtung der Tiere sei.

Zu dem heftig umstrittenen Wolf stellte er fest: „Da sitzen wir zwischen den Stühlen, wir werden irgendwann in die Pflicht genommen.“ Zur Wildtiererfassung erklärte Schatzmeister Heinz Brinkmann, dass diese fundierte Daten liefere und zukunftsweisend sei. Er appellierte an die Jägerschaft, sich daran zu beteiligen.

Im Rahmen seines Finanzberichtes wies Brinkmann auf eine steigende Zahl von Mitgliedern hin, die in der Jägerschaft Syke inzwischen bei 787 liegt.

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