Realschule verabschiedet Jahrgang mit landesweiten Top-Leistungen

Chancen wie noch nie

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So voll wie an diesem Freitag war das Forum der Realschule vielleicht noch nie.

Syke - Von Michael Walter. Wo hatten die bloß die ganzen Stühle her? – So voll wie an diesem Freitag Vormittag war das Forum der Realschule vielleicht noch nie. 141 Schüler aus fünf zehnten Klassen feierten dort ihren Schulabschluss und sorgten mit ihrer Begleitung für dicht besetzte Reihen bis ans Ende der angeschlossenen Pausenhalle des ehemaligen Hauptschul-Trakts.

Technisch hatte die Realschule das Problem, das daraus entstand, übrigens gut gelöst: Per Leinwand und Video-Beamer hatte auch wer hinten saß einen guten Blick auf das Geschehen vorne auf der Bühne. Und wahrscheinlich auch die bessere Luft.

„Dies ist einer der größten Jahrgänge an dieser Schule“, unterstrich Schulleiter Rolf Rosenwinkel in seiner Ansprache und machte klar: Es ist auch einer der besten. Knapp zwei Drittel der Schüler haben einen erweiterten Realschulabschluss geschafft. Das sei „wesentlich über der Norm“, und auch die Ergebnisse der Abschlussprüfungen seinen „niedersachsenweit top an dieser Schule“, so Rosenwinkel.

„Eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind so gut wie nie“, sagte er angesichts einer rekordverdächtig niedrigen Arbeitslosenquote in der Region. Und knüpfte daran eine durchaus handfeste Kritik an seinen Absolventen an:

„Die Zeit des Parkens an der BBS ist vorbei. Doch ich glaube, dass vielen das gar nicht bewusst ist.“ Zu viele würden seiner Ansicht nach in Anschluss an die Ferien noch ein Jahr BBS anhängen, weil das die Jahrgänge vor ihnen auch so gemacht haben. Doch während das in früheren Jahren auf Grund von zu wenig Ausbildungsplätzen durchaus angebracht war, um nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen, hält Rolf Rosenwinkel das heute für völlig falsch. „Zwölf Monate Bequemlichkeit mit Ferien“ nennt er das.

Dieses „bequeme Denken“ habe er im Frühjahr erstmals bewusst wahrgenommen, als er für den jährlichen Tag der Betriebe die Vertreter der Banken wieder ausladen musste. Kein einziger Schüler hätte sich für diesen Berufszweig interessiert. „Und dass, obwohl die Banken händeringend Nachwuchs suchen.“

Abschließend gab er seinen Absolventen auf den Weg: „Schielt nicht zu sehr auf andere. Werdet glücklich, privat und beruflich.“

Nach Grußworten von Bürgermeisterin Suse Laue, Elternsprecher Lutz Budelmann, Pastorin Albertje van der Meer und Schülersprecherin Fabienne Kehlhar hatten die Klassenlehrer ihren Auftritt. In einer kleinen Satire unter dem Motto „Szenen aus den Lehrerzimmer“ nutzten sie die Gelegenheit, dem Abschlussjahrgang auf liebevoll-humorige Art noch einmal ein paar peinliche Momente vor Augen zu führen.

Angefangen von an der Hand festgewachsenen Handys über unerwartet hohe Stromverbräuche durch Teekocher im Klassenraum bis hin zu verspäteten Abreisen wegen „Mitführens unerlaubter Mengen an Flüssigkeiten“ bei der Klassenfahrt.

„Wir könnten noch mehr“, schlossen sie ihre kleine Performance mit einem Augenzwinkern ab. „Aber das heben wir uns für spätere Klassentreffen auf.“

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