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Realschule Syke kooperiert mit Kinderhospiz Löwenherz

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Von: Frank Jaursch

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Löwenherz-Mitarbeiterin Bettina Zander (l.) und Realschul-Rektorin Antje Jorek freuen sich auf viele gemeinsame Projekte.
Löwenherz-Mitarbeiterin Bettina Zander (l.) und Realschul-Rektorin Antje Jorek freuen sich auf viele gemeinsame Projekte. © Löwenherz

Vorurteilsfreie Begegnung mit dem Tod

Syke – Manchmal ist eine gute Idee so naheliegend, dass man sich fragen könnte, warum nicht schon früher jemand darauf gekommen ist. Ein Beispiel dafür ist die jetzt offiziell vereinbarte Kooperation der Realschule Syke mit dem Kinderhospiz Löwenherz. Für das Hospiz ist es die insgesamt achte Zusammenarbeit dieser Art mit einer Schule – und die erste mit einer Syker Einrichtung.

Von einem „natürlichen Austausch in beide Richtungen“ spricht Realschul-Rektorin Antje Jorek. Beide beteiligten Parteien betonten, dass es um langfristige gemeinsame Projekte gehe. Bereits im November hatten die Realschüler das Löwenherz-Vereinshaus besucht und im Rahmen des Schulprojekts „Hoffnungssteine“ bemalte Steine überreicht. Nach diesem Projekt hatte Jorek positives Feedback aus den Reihen der Jugendlichen bekommen. „Die Schüler waren überrascht und bewegt, dass es so positiv aufgenommen wurde.“

Der ursprüngliche Ansatz hinter der Idee einer Kooperation war dabei eigentlich ein ganz anderer gewesen, verrät die Schulleiterin. „Zunächst mal sollte es um eine finanzielle Unterstützung gehen.“ Im Austausch mit dem Kinderhospiz sei dann aber deutlich geworden, dass dies gar nicht das Anliegen von Löwenherz sei. „Es geht ihnen vielmehr darum, das Thema Tod und Sterben in die Gesellschaft zu bringen.“

Berührungsängste überwinden, Verständnis wecken

Berührungsängste überwinden, Verständnis wecken. Das soll künftig auch in den Räumen der Realschule ermöglicht werden. Viele Lehrkräfte wollen die Vereinbarung mit Leben erfüllen, den Umgang mit Trauer und Tod im Unterricht verankern. „Das Thema Tod ist Teil des Curriculums im Religionsunterricht“, so Jorek. Da biete es sich an, wenn Löwenherz-Vertreter direkt in die Schule gehen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Bettina Zander, bei Löwenherz für die Schulkooperation zuständig, wird diese Besuche absolvieren. Sie freut sich ebenfalls auf gemeinsame Aktivitäten: „Wir geben unseren Kooperationsschulen viel Freiraum in der Gestaltung. Und ich bin mir sicher, dass wir viele tolle Dinge gemeinsam realisieren können.“ Langfristige Projekte ergeben nach ihrer Überzeugung mehr Sinn als Einzelaktionen.

Die jüngste Aktivität der Syker Realschüler hat zum Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar für leuchtende Augen gesorgt: Sie hatten Windlichter bemalt und dekoriert und anschließend an das Hospiz übergeben.

„Ich glaube, dass die Schülerschaft dieses Thema gut mittragen wird“, erklärt Antje Jorek. Ein Ziel der Kooperation ist es, das soziale Engagement der Schüler und ihre Solidarität für unheilbar kranke Kinder zu fördern.

Zu diesem Zweck wird Bettina Zander im Rahmen der Berufsausbildung auch das Angebot eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bei Löwenherz vorstellen. Und wer weiß – vielleicht startet ja irgendwann wegen dieser Kooperation ein heutiger Realschüler sein Berufsleben bei Löwenherz.

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