Realschule konzipiert sich neu – mit Tablet-Klasse und bilingualem Unterricht

Die Alternative

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Schulleiter Rolf Rosenwinkel zeigt es an: In der Realschule Syke beginnt im neuen Schuljahr das Tablet-Zeitalter.

Syke - Von Frank Jaursch. Abschluss-Stress an der La-Chartre-Straße: Vor dem Ende des Schuljahrs gibt es auch für die Lehrerschaft an der Realschule ordentlich was zu tun. Zeugnisse, Gespräche, Organisation. Und als wäre das nicht genug, hat das Team von Schulleiter Rolf Rosenwinkel noch „nebenbei“ ein weiteres Projekt in Angriff genommen: den Aufbau eines neuen Schulprofils.

Im Gespräch mit der Kreiszeitung erläutert Rosenwinkel, warum es für ihn ein „Weiter so“ nicht geben sollte – und das, obwohl die Leistungen der Syker Realschüler schon jetzt weit über dem landesweiten Schnitt liegen.

„Wir wollen eine Alternative schaffen für Schüler, die am Überlegen sind – Realschule oder Gymnasium?“, sagt Rosenwinkel. Die Realschule orientiere sich in Richtung Gymnasium, wolle weiter ein „erhöhtes Niveau“ erreichen, um ihre Schüler optimal auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten.

„Wie machen wir uns für die Zukunft fit?“ Mit dieser Fragestellung sorgte Rosenwinkel bereits vor den Winterferien für Gesprächsstoff im Kollegium. „Es war verblüffend festzustellen, wie sehr sich Kollegen auch im Vorfeld schon damit beschäftigt haben“, zeigt sich der Schulleiter beeindruckt.

Entsprechend umfangreich war die Ideensammlung, aus der die besten und sinnvollsten Vorschläge jetzt in die Tat umgesetzt werden. Dazu gehört differenzierter Pflichtunterricht in Mathematik und Englisch ab Klasse 9: Analog zu den Leistungskursen am Gymnasium gibt es Kurse mit erhöhtem Niveau, die gute Schüler besonders fördern.

Weitere Neuerung: Eine achte Klasse wird im neuen Schuljahr kostenlos mit Tablets ausgestattet. „Da geht es um Medienkompetenz“, erklärt Rosenwinkel. Die Zeit zentraler Computerräume gehe zu Ende, die iPads würden ein hohes pädagogisches Potenzial bergen. Diese innovative Gestaltung des Unterrichts soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Mit der Einführung der Tablet-Klasse geht auch ein Aufbohren des Tempos beim drahtlosen Surfen per WLan in der Schule einher.

Ausdrücklich lobt Rosenwinkel die Zusammenarbeit mit dem Schulträger: Die Stadt habe „den Sinn des Medienkonzeptes erkannt“ und die Neuerung auch finanziell unterstützt.

Noch ein weiteres neues Element soll die Realschule im kommenden Schuljahr bereichern: Zwei von vier fünften Klassen erhalten zweisprachigen Unterricht auf Deutsch und Englisch – zunächst nur im Fach Musik, später sollen noch Fächer wie Geschichte oder Biologie hinzukommen. Weitere Angebote wie eine Schüler-zu-Schüler-Hausaufgabenhilfe oder Kompaktkurse (Reiten, Band, Skifahren) komplettieren das neue Profil.

Der Plan ist fertig, die Zustimmung der Elternschaft eingeholt. „Jetzt muss es gelebt werden“, sagt Rolf Rosenwinkel. Nach zwei Jahren werde man sehen, „ob wir nachsteuern müssen“.

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