Intensive Diskussion im Schulausschuss

Reales Holz – gefühlte Fakten

Wächst und gedeiht: Die Grundschule Heiligenfelde.
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Wächst und gedeiht: Die Grundschule Heiligenfelde.

Syke – Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die große Freude auslösen können. Zum Beispiel bei Christian Gill. Er ist im Bauamt der Stadt Syke für die Erweiterung der Grundschule in Heiligenfelde zuständig. „Wir haben Holz!“, freute er sich Donnerstagabend im Schulausschuss gleich mehrfach. So sehr, dass dieser Spruch zu einem kleinen Running Gag wurde.

Seine Freude ist nachvollziehbar, hatte Gill sich doch bisher mit monatelangem Verzug durch nicht eingehaltene Zusagen von Firmen und – nicht minder – Lieferschwierigkeiten beim Baumaterial auseinandersetzen müssen. Jetzt konnte er dem Ausschuss mit einer kleinen Dia-Schau zeigen, welche Fortschritte die Baustelle in jüngster Zeit gemacht hat.

Der Hochbau läuft, Aula und Mensa zeichnen sich bereits deutlich ab, ebenso die zwei neuen Klassenräume, die entstehen. Ein Teil des Dachstuhls steht bereits. „Mit dem Holz, das wir jetzt haben“, so Gill. Mitte Oktober soll der Dachstuhl fertig sein. Anschließend beginnen die Dachdecker-Arbeiten. Darauf folgen Fenster und Türen, „damit wir den Bau verschließen können“, so Gill. Das soll unbedingt noch vor dem Winter passieren. „Und dann können wir Leitungen legen.“ Bei den Kosten liege man aktuell etwas über dem Plan. Aber insgesamt könne man zufrieden sein.

Das sah auch der Ausschuss so. „Die Baustelle ist nicht einfach, weil sie relativ eng ist. Trotzdem bewegt sich was“, lobte Reinhard Hansemann. Und an Gill direkt: „An den Kosten kannst Du nichts ändern. Aber wir drücken die Daumen, dass ihr den Zeitplan halten könnt.“ Der sieht die Fertigstellung bis Ende nächsten Jahres vor.

Weitaus länger und intensiver diskutierte der Ausschuss allerdings über ein Thema, das überhaupt nicht auf der Tagesordnung stand: Luftfilter für die Syker Schulen. Der Grüne Gerhard Thiel stieß die Debatte an mit einem Hinweis auf das Protokoll einer früheren Sitzung. Da habe der Ausschuss festgelegt, dass auf der jetzigen Sitzung die Verwaltung über die Ergebnisse der Versuchsphase mit drei verschiedenen Geräten berichten solle. Warum das nicht auf der Tagesordnung stehe, wollte Thiel wissen.

Die Antwort: Weil die Test- und Meinungsfindungsphase noch nicht abgeschlossen sei, gebe es aktuell auch noch nichts zu berichten. Das hielt Thiel nicht von einer erneuten Grundsatzdebatte ab, bei der fortan munter Äpfel mit Birnen verglichen und gefühltes Wissen neben Fakten diskutiert wurde. Sogar ein engagierter Zuhörer wurde mit einbezogen. Im Verlauf war nie so recht klar, wovon gerade die Rede war: Ob von mobilen Filteranlagen ohne Luftaustausch, von stationären Belüftungsanlagen ohne Filterfunktion oder von stationären Luftfiltern mit Belüftungsfunktion.

Fakt ist: Die Stadt hat 1,9 Millionen Euro Fördergelder für stationäre Belüftungsanlagen bewilligt bekommen und müsste selbst 650 000 Euro Gegenfinanzierung aufbringen. Geld, das bisher im Haushalt nicht vorhanden ist. Wofür genau sie dieses Geld ausgeben könnte, ist derzeit noch gar nicht klar. Verwaltung und Schulleitungen haben sich mehrere Anlagen angesehen. Keine davon hat überzeugt. Die, die noch am ehesten in Frage käme, lässt sich an den Syker Schulen nicht nachträglich einbauen. Und – das betonte Fachbereichsleiterin Claudia Prößler gleich mehrfach – egal, für welche Art Anlage man sich am Ende entscheide: Das würde nichts an den vom Land vorgeschriebenen Lüftungspausen während der Unterrichtsstunden ändern.

Die Diskussion wird fortgesetzt.

Von Michael Walter

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