Raum für die Unendlichkeit

Skulpturenpfad im Vorwerk erweitert

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Vorwerk-Kuratorin Nicole Giese (l.) und Künstlerin Rana Matloub erklärten die Bodenskulptur für offiziell eröffnet und zerschnitten dafür das Flatterband.

Syke - Von Anika Bokelmann. Acht Betonelemente formen ein Muster. Das ist typisch für den arabischen Raum und lässt sich an verschiedenen Stellen finden. Zugleich erkennt der Betrachter in den Leerräumen zwischen den Platten neben einem achtzackigen Stern ein Kreuz. Orientalische und christliche Symbole im Einklang hat Rana Matloub geschaffen. Die Düsseldorfer Künstlerin präsentierte jetzt ihre neue Bodenarbeit im Garten des Vorwerks.

Die Arbeit ist Teil von Matloubs Ausstellung „Heimat(en)“, die noch bis zum 8. Oktober in der Galerie für zeitgenössische Kunst zu sehen ist. Im Zentrum des weitläufigen Parks hat die deutsch-irakische Künstlerin ein großes Pendant zu ihrem Exponat „Der größte gemeinsame Nenner“ geschaffen, das dort auch bleiben wird und somit den Skulpturenpfad erweitert.

Heimat - aus verschiedenen Perspektiven 

Nach einem Jahr gebe es nun endlich wieder eine neue Skulptur, freute sich Vorwerk-Kuratorin Nicole Giese bei der offiziellen Einweihung des großflächigen Kunstwerks.

Kurz bevor der Regen einsetzte, nutzte Giese die Gelegenheit und erklärte den Besuchern die Symbole und Formen von Matloubs Freiluft-Arbeit. „Die angedeuteten Formen und Fragmente lassen Raum für Unendlichkeit“, so Giese.

Matloub, die seit mehr als 25 Jahren im Ruhrgebiet lebt, hat ihre Wurzeln in Bagdad und thematisiert daher den Heimatgedanken aus verschiedenen Perspektiven. Dabei bedient sie sich verschiedener Vergleiche in Form von künstlerischen Dimensionen. Mittels Symbolen und Mustern zeichnet sie Bilder, die an den Orient erinnern, aber zugleich mit dem Christentum zusammenhängen.

Stets findet sich zudem eine politische Intention in der Arbeit von Rana Matloub, wie bei einem Gang durch ihre Ausstellung im Obergeschoss des Vorwerks deutlich wird. Dort beschäftigen sich die Installationen unter anderem mit dem Irakkrieg beziehungsweise mit dem Schicksal jener, die vor den Kriegwirren geflohen sind und in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben.

Kunst ohne Schmuck

Den Titel des neu eingeweihten Objekts „Der größte gemeinsame Nenner“ bezeichnete Nicole Giese als „mathematischen Unsinn“. Doch dadurch trete das Symbol von gleichzeitiger Trennung und Verbindung der Religionen und Kulturen hervor, so ihre weitere Interpretation.

„Am besten lässt sich das Gebilde vom Balkon aus erkennen“, verrät die Künstlerin, wie die Besucher sich einen Eindruck von dieser „Bodenskulptur ohne Schmuckelemente“ verschaffen können.

Die begehbare und dauerhafte Arbeit von Rana Matloub, die im Vorwerk-Park eine neue Heimat gefunden hat, wurde realisiert mithilfe des Landschaftsverbands Weser-Hunte sowie der Unterstützung der Firma Voß und Sohn aus Syke.

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