29-jähriger Syker muss ins Gefängnis

Raub, Diebstahl und Betrug

Syke - Von Dieter Niederheide. Für zwei Jahre und neun Monate muss ein 29 Jahre alter Mann aus Syke ins Gefängnis. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen Raubes sowie gewerbsmäßigen Diebstahls und Betrugs und ordnete darüber hinaus die Unterbringung in einer Entzugsklinik an.

Das Gericht ging davon aus, dass der Mann gewerbsmäßig gehandelt hatte und durch seinen Drogenkonsum vermindert schuldfähig war.

Geständig in allen Anklagepunkten

Vorgeführt wurde der Angeklagte dem Schöffengericht aus einer Entziehungsanstalt, in die er durch Anordnung eines Oldenburger Gerichts eingewiesen worden war.

Bei der Urteilsfindung kam das Geständnis des Angeklagten zu allen vom Staatsanwalt angeklagten zehn Taten strafmildernd zum Tragen. Andererseits fiel strafverschärfend in die Waagschale, dass der Syker bereits mehrfach wegen Raubes von verschiedene Gerichten verurteilt worden ist und schon einige Jahre hinter Gittern saß.

Wie ein roter Faden zieht sich seit der ersten Verurteilung wegen Raubes 2004 sein Drogenkonsum durch das Strafregister. Was in jungen Jahren mit Cannabis begann, führte später zum Kokain.

Opfer nimmt die Entschuldigung an

Der Staatsanwalt machte in seinem Plädoyer klar, dass beim jetzt angeklagten Raub nicht von einem minderschweren Fall auszugehen sei: Am 19. Juni vorigen Jahres hatte der Syker in Bremen einen Mann bis zu dessen Wohnung verfolgt und ihn dort gemeinsam mit einem Komplizen überfallen. Dabei erbeuteten sie etwa 840 Euro, die das Opfer bei einem Pokerturnier gewonnen hatte. Wie der Angeklagte angab, hatte er seinen Anteil an der Beute sofort in Kokain umgesetzt.

Das Opfer des Überfalls sagte jetzt als Zeuge aus und nahm im Gerichtssaal die Entschuldigung des Sykers an. Der Zeuge gab an, dass es vor der Tür eine Rangelei gegeben habe. Dabei sei er zu Boden gegangen. Hilfe habe der Angeklagte von dem unbekannt gebliebenen Komplizen bekommen. Der Syker wurde als Täter ermittelt, weil im Haus eine Überwachungskamera installiert war. Dem Gericht lagen die Bilder vor.

Urteil von allen Beteiligten akzeptiert

In weiteren Anklagepunkten ging es um den Diebstahl von Geldbörsen, EC-Karten und Computerbetrug. Das dabei erbeutete Geld setzte der Mann laut eigener Angabe in Bremen in Kokain um.

Der Verteidiger unterstrich in seinem Plädoyer, dass es sich bei den Taten durchweg um Beschaffungskriminalität gehandelt habe.

Zusätzlich zur verhängten Freiheitsstrafe ordnete das Gericht auch die Wertabschöpfung des Gewinns aus den Straftaten in Höhe von 2150 Euro an. Das Geld geht an die Staatskasse. Da sowohl der Staatsanwalt als auch der Angeklagte das Urteil akzeptierten, wurde es sofort rechtskräftig.

Der Richter zum Verurteilten: „Es liegt jetzt an Ihnen, die letzte Chance mit der Unterbringung in der Entziehungsanstalt zu nutzen, um aus dem Teufelskreis heraus zu kommen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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