Rädchen, die die Welt am Laufen halten

Hidden Champions: Rebax Zerspanungstechnik produziert für viele Großkonzerne

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Rebax-Geschäftsführer Claus Ahrlich (r.), Fertigungsleiter Bernhard Becker-Kraffel (M.) und Mitarbeiter Michael Wolf an einem Drehzentrum mit Roboter-Automatisierung. 

Syke - Von Frank Jaursch. Es gibt Firmen, deren Produkte hat man schon tausendmal in der Hand gehabt, ohne es zu wissen. Und es gibt Firmen, die in ihrer Branche eine wichtige Rolle spielen, ohne dass es bekannt wäre. Syke hat von beiden eine ganze Menge. Ein paar dieser „Hidden Champions“ möchten wir in dieser Reihe vorstellen.

Das kleinste Bauteil aus dem Hause Rebax „könnte man fast in eine Armbanduhr einbauen“, erklärt Fertigungsleiter Bernhard Becker-Kraffel. Und das größte liegt weit jenseits der Tonnen-Grenze. Auf 3000 Quadratmetern produziert Rebax die großen und kleinen Räder, die die Welt am Laufen halten: Kettenräder, Zahnriemenscheiben, Zahnräder, Tragrollen, Skidrollen und mehr.

Im Jahr 2008 ist das Unternehmen an seine aktuelle Adresse Auf dem Hilgenland umgezogen, eine zweite 700-Quadratmeter-Halle steht noch in der Industriestraße. Längst sind die Zerspanungsexperten schon wieder an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen. „Wir machen hier in der Halle Tetris mit den Maschinen“, lacht Becker-Kraffel. Mehr passt nicht rein. Die Erweiterungspläne sind längst fertig, das Unternehmen will sich weiter in Richtung Umgehungsstraße ausbreiten.

Wenig Raum aber große Pläne

Angefangen hat auch diese Erfolgsgeschichte mit wenig Raum und großen Plänen – in einem Bauernhof in Riede im Jahr 1990. Nur zwei Jahre nach der Gründung stieß Claus Ahrlich zum Team. Der Maschinenbauer ist heute Geschäftsführer des Syker Unternehmens, das Antriebselemente herstellt: in der Fördertechnik, für die Automobil- und Lebensmittelindustrie oder für die Luft- und Raumfahrt. Für seine Artikel reist Ahrlich schon mal in der Welt herum. „Wenn’s mal irgendwo hakt, muss man da hin“, erklärt er.

Auch internationale Großkonzerne zählen zu den Kunden. Bewusst hat Rebax sich breit aufgestellt. Ahrlich: „Wenn’s mal wackelt in einer Branche, haut’s uns nicht gleich vom Sockel.“ Vor allem Sonderanfertigungen gehören dank hochmoderner Anlagen zu den Spezialitäten made in Syke.

„Es ist schwierig, Leute zu finden“

Mehr als 30 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Aufträge zügig abgearbeitet werden. Und immer mehr Hightech. Die Branche setzt zunehmend auf Automatisierung. „Wir legen hier jetzt bei 70 Prozent“, erklärt Becker-Kraffel. Und zwar nicht, um Personal zu sparen, sondern aus der Not heraus. „Es ist schwierig, Leute zu finden.“ Claus Ahrlich bestätigt die Problematik. „Wir bilden aus, aber es kommt nichts nach.“ Dabei kann er gar nicht verstehen, warum sich nicht mehr Frauen und Männer für dieses Berufsfeld begeistern können. Auch Bernhard Becker-Kraffel wirbt für das Berufsbild. „Es ist moderne Technik. Man lernt, was herzustellen. Und wenn ich ein Bauteil sehe, weiß ich genau, wie es hergestellt wurde.“

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