Mit moderner Inszenierung von Shakespeare in die Theatersaison

„Der Sturm“ in Syke: Rache, Liebe und Vergebung

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Bunt, magisch, phantasievoll und „irgendwie anders“ präsentierte das Blaumeier-Ensemble seine Version von Shakespeares „Der Sturm“ zum Beginn der neuen Saison im Syker Theater. 

Syke - Von Anika Bokelmann. Just war der eine Sturm in der vergangenen Woche über Syke hinweggefegt, da folgte jetzt schon der nächste. Am Freitagabend eröffnete das Syker Theater seine Saison mit „Der Sturm“.

Das Stück von William Shakespeare, ein Verwirrspiel aus Zorn, Rache, Vergebung und Liebe, brachten die 15 Darsteller des Blaumeier-Ateliers aus Bremen-Walle auf die Bühne.

Der dramatischen Romanze aus dem 17. Jahrhundert verlieh das Ensemble eine neue Interpretation, und so kamen die Intrigen und hinterhältigen Ränkespiele in moderner Sprache oder mit Beatboxen daher. Die Bremer Theatergruppe zeichnet sich durch ihren Inklusionsgedanken aus. Daher schlüpften Menschen mit und ohne Behinderungen in die Rollen, und zusammen erzählten sie die Geschichte um den Zauberer Prospero (dargestellt von Michael Riesen) und dessen Tochter Miranda (Denise Stehmeier).

Das Vater-Tochter-Gespann wurde bereits vor Einsetzen der Handlung auf eine verzauberte Insel verbannt und nahm während der 90-minütigen Aufführung Rache. Prospero sieht seine Chance auf Vergeltung, als sein Bruder Antonio (Melanie Socher) zusammen mit Alonso, König von Mailand (Mateng Pollkläsener), und dessen Bediensteten mit einem Schiff an der Insel vorbeikommt. Prospero befiehlt seinem untergebenen Luftgeist Ariel (Maximilian Kurth), einen mächtigen Sturm heraufzubeschwören.

Dieser überrollte das Theater in Form eines musikalischen Potpourris. Überhaupt spielt Musik in Blaumeiers Version von „Der Sturm“ eine wichtige Rolle.

Wenig Worte, viel Musik

Das Orchester – Kevin Alamsyah, Gerd Anders, David Jehn und Walter Pohl – gesellte sich immer wieder als Luftgeister zu den Hauptcharakteren auf die Bühne, um mit Kontrabass, Akkordeon und Horn unheimliche, betörende und mächtige Melodien hervorzubringen. Besonders beeindruckte das Solospiel von Gonzalo (Dorothe Burhop). Dem Saxophon entlockte der Ratgeber des Königs kraftvolle Töne, die nicht nur dem Publikum gefielen, sondern auch König Alonso bei seiner verzweifelten Suche nach Sohn Ferdinand (Petra Müller) halfen.

Aufgelockert wurde das Spiel von Gegensätzen und starken Gefühlen durch Trinculo (Bärbel Herold) und Stephano (Viktoria Tesar), Alonsos Oberkellner und Kellermeister, die schnell zu Publikumslieblingen wurden. Frei heraus fluchten sie über die magische Insel, und ihre Intrigen zur Machtübernahme stellten sie in Form eines Raps dar. Dafür ernteten Szenenapplaus.

Weniger die Dialoge, die kurz gehalten wurden und teilweise nur schwer zu verstehen waren, als vielmehr Musik und Bewegung waren das tragende Element. Zusammen mit dem künstlerisch gestalteten Bühnenbild – bunt, magisch, mit rund 20 Baumnachbildungen, die für die Szenen verschoben werden, aber dennoch aber spartanisch – bietet das Blaumeier-Atelier ein abwechslungsreiches Theaterstück mit Happy-End: Prospero schenkt den Geistern der Insel die Freiheit, entsagt seiner Zauberkraft und kehrt mit der Schiffsbesatzung sowie Tochter Miranda und deren Liebe Ferdinand zurück nach Mailand.

Die Gäste im etwas mehr als halbgefüllten Saal sparten zum Abschluss nicht mit Applaus und holten damit das Ensemble mehrfach zurück auf die Bühne.

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