Qualmende Devisenbringer

Räuchermännchen-Ausstellung im Kreismuseum Syke

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Henry Bokisch aus Nienburg präsentiert noch bis Mitte Januar rund 100 unterschiedlichste Räuchermännchen im Eingangsbereich des Kreismuseums.

Syke - Von Frank Jaursch. Woran erkennt man, dass die Adventszeit begonnen hat? Vielerorts vor allem an den Gerüchen. Es duftet nach Mandarinen, Tannenzweigen und Lebkuchen. Und so mancher hilft mit allerlei Aromen nach, dass die Luft nicht bloß nach Luft riecht.

So ist es auch kein Zufall, dass die Räuchermännchen ein Phänomen sind, das vor allem in der Adventszeit auftritt. Das Kreismuseum nutzt diese Zeit seit Kurzem, um in den Schauvitrinen im Eingangsbereich 100 Exemplare auszustellen.

Zur Verfügung gestellt hat sie Henry Bockisch. Der Nienburger ist leidenschaftlicher Sammler – unter anderem von Engelfiguren. Davon hat er aber so viele, dass der Ausstellungsraum nicht mal annähernd ausreichen würde. „Und unsere großen Ausstellungsräume sind langfristig voll“, erklärt Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding.

Weil er aber gerne mit Bockisch etwas auf die Beine stellen wollte, kam das Thema schnell auf seine zweite Sammelleidenschaft: die Räuchermännchen. Schon vor der Wende bekam er von Verwandten aus der DDR regelmäßig Engel und Räuchermännchen aus dem Erzgebirge zugeschickt. „Das waren Devisenbringer“, weiß Bockisch über die kleinen hölzernen Figuren, die mithilfe von Räucherkerzen zu qualmen beginnen. Die Spielzeugmacher aus dem Erzgebirge hatten die Männlein gegen Mitte des 19.  Jahrhunderts erfunden.

„Da ist viel Asienschrott dabei“

Nach der Grenzöffnung machte sich Bockisch auf den Weg ins Erzgebirge, suchte in Werkstätten, auf Märkten und bei Haushaltsauflösungen nach den Männchen. „Da ist viel Asienschrott dabei“, schmunzelt Bockisch. Aber eben auch so manches alte Stück. Seine Räuchermännchen reichen bis in die 1940er-Jahre zuück.

Die Exponate – rund 30 der 100 Männchen kommen aus dem Besitz seiner Tochter Ines – sind vielfältig und reichen vom klassischen pfeiferauchenden Waidmann über eine scheinbar dampfende Kaffeebohne bis hin zum hölzernen Motorrad.

Auf mehreren Tafeln gibt es zudem zahlreiche Hintergrundinformationen zum Thema. Die Räuchermännchen-Ausstellung ist noch bis Mitte Januar im Kreismuseum zu sehen.

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