Projekt Schülerpaten

Mit einem Freund im Rücken

Syke - Von Michael Walter. „Man muss nur den ersten Dominostein anstoßen, dann entwickelt sich was“, glaubt Ralf Grey. Und mit dem, was sich da seit dem letzten Jahr an der Grundschule am Lindhof entwickelt, ist der Vizepräsident des Syker Lions Club äußerst zufrieden.

Mit dem fertigen Konzept für ein Patenschaftsprojekt war Schulleiterin Ursula Buchwald-Wachendorf voriges Jahr auf die Lions zugekommen. Die Idee: Kindern, denen eine zusätzliche erwachsene Bezugsperson gut tun würde, einen ehrenamtlichen Paten zur Seite zu stellen (wir berichteten). Der Lions Club ließ sich überzeugen und sicherte die Finanzierung über vier Jahre zu.

Jetzt ist das erste Jahr um, und Buchwald-Wachendorf zieht eine positive Bilanz. „Nicht nur bei den Kindern hat das Projekt etwas bewirkt, sondern auch bei ihren Eltern. Sie lassen sich jetzt weit mehr auf die Schule ein als zuvor.“

Bei den Kindern selbst lasse sich der Erfolg weniger an den Noten ablesen. „Das war auch gar nicht das Ziel“, betont die Schulleiterin. Aber am Verhalten: „Die Kinder werden ab einem bestimmten Punkt selbstständiger. Sie fühlen sich angenommen. Sie haben einen Freund im Rücken, der sie stärkt. Und auch die Paten ziehen für sich daraus Wertschätzung. Das ist eine ideale Win-Win-Situation.“

Im Moment gibt es an der Grundschule acht solcher Gespanne aus Schülern und Paten. Bei drei Kindern, die im Sommer an eine weiterführende Schule gekommen sind, ist noch nicht raus, ob und wie das Projekt weitergeführt werden kann. Und es gibt noch eine ganze Reihe von Kindern, für die sich noch kein Pate gefunden hat.

Andrea Gudehus-Ochmannn koordiniert das Projekt und bietet zusammen mit der Familienberaterin Gisela Ravens demnächst einen neuen Lehrgang für Schülerpaten an. Die Termine dafür stehen schon fest: Am 18. November, 2. Dezember und 13. Januar, jeweils von 9 bis 12 Uhr an der Grundschule. Dabei geht es etwa um Fragen wie: Welche Bedürfnisse hat das Kind? Welche haben die Paten? Und es geht um das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz.

„Es gibt keine Altersbegrenzung für die Bewerber“, sagt Gudehus-Ochmann. „Die Menschen müssen Zeit haben, regelmäßig einmal die Woche mit ihrem Patenschüler einen Nachmittag zu verbringen.“ Dabei gehe es ausdrücklich nicht um teure Freizeitaktivitäten, sondern darum, miteinander Zeit zu verbringen. „Was sie dabei machen, bleibt ihnen selbst überlassen.“

Klar, dass Schule, Lions und Projektleitung genauer hinschauen, wer sich da um regelmäßigen Kontakt mit Kindern bewirbt. Daher gibt es auch ein Auswahlverfahren. Als erster Ansprechpartner dient die Freiwilligenagentur der Stadt Syke unter 04242/164-250.

Rubriklistenbild: © dpa

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