Senioren sollen möglichst lange in gewohntem Umfeld leben

Profis für das Quartiersmanagement

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Das Quartiersmanagement möchte erreichen, dass Senioren trotz altersbedingter Beschwerden die Möglichkeit erhalten, in ihrem gewohnten Umfeld zu leben.

Syke - Von Michael Walter. Das professionelle Quartiersmanagement für Syker Senioren nimmt Gestalt an. Der Kooperationsvertrag mit dem Stuhrer Verein Pro Dem ist unterzeichnet. Stadt und Verein stellten jetzt in einem Pressegespräch ihr gemeinsames Konzept vor.

Bisher bestand der Senioren- und Pflegestützpunkt im Syker Rathaus lediglich aus einer Person: Heike Wilhelm begleitet in dieser Funktion die ehrenamtlichen Aktivitäten zum Quartiersmanagement in Steimke, Okel und Gödestorf. Doch in naher Zukunft soll auf diesem Sektor auch in anderen Ortsteilen etwas passieren. „Das wäre dann mit nur einer Person nicht mehr leistbar“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. „Daher haben wir uns Verstärkung geholt.“

Pro Dem ist in den 90er-Jahren aus einem befristeten Projekt zur Betreuung von Demenzkranken in Stuhr entstanden. Inzwischen ist daraus ein Verein geworden, der sich abseits des Krankheitsbilds Demenz vor allem darum kümmert, dass Senioren trotz altersbedingter Beschwerden möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld leben können und dort die Hilfestellung bekommen, die sie in ihrem Alltag brauchen. Genau das steckt hinter dem Wortungetüm Quartiersmanagement. Zunächst in Weyhe und danach auch in Stuhr arbeitet der Verein seit Jahren sehr erfolgreich in diesem Metier. Für die nächsten zwei Jahre ist er auch Kooperationspartner der Stadt Syke.

Quartiere von nachbarschaftlichen Beziehungen geprägt

Lilja Helms ist hauptberufliche Mitarbeiterin bei Pro Dem und geht die Aufgabe Syke sehr systematisch an: Wer wohnt in welchem Quartier und wie ist dort die jeweilige Infrastruktur? Das sind die ersten Fragen, die sie und ihre Kollegin Christin Brümmer für sich beantworten müssen.

So ein Quartier kann ein ganzer Ortsteil sein – muss es aber nicht. Das kann durchaus wesentlich kleiner sein. Vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich um ein Gebiet, in dem nachbarschaftliche Beziehungen zwischen den Bewohnern bestehen. Wobei die Grenzen zum nächsten Quartier nicht immer eindeutig zu ziehen sind.

Der Hintergedanke des Quartiersmanagements ist, dass es in jedem Viertel ausgesuchte Menschen gibt, die ein Auge auf die Senioren dort haben, die sich kümmern und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Engagement und Bekanntheit erforderlich

Erforderlich dafür ist zunächst mal, dass es diese Menschen überhaupt gibt. Und dann, dass sie den Leuten, um die es geht, auch bekannt sind. Beides Punkte, an denen Lilja Helms und Christin Brümmer ansetzen wollen. Das Stichwort dazu lautet „Bürgerkonferenz“. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Schließlich haben beide ja auch gerade erst angefangen.

Organisatorisch sind sie an die Freiwilligenagentur der Stadt Syke angedockt. Im Seminarhaus Waldstraße 1 wird Christin Brümmer für die nächsten zwei Jahre immer montags von 9 bis 12 Uhr persönlich ansprechbar sein.

„Heike Wilhelm hat auf diesem Sektor Pionierarbeit geleistet“, lobt Erster Stadtrat Thomas Kuchem seine Mitarbeiterin. „Sie hat das toll gemacht. Mehr ist mit Bordmitteln aber nicht zu leisten. Insofern war es ein starkes Signal, dass der Rat Geld zur Verfügung gestellt hat, um unser Angebot im Quartiersmanagement mit professioneller Hilfe auszubauen.“

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