Künstler, Kunst und Publikum im wechselseitigen Dialog

Produktives Palaver

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René Rameil (links) und Mayk Intemann haben versucht, mit der Kombination ihrer Werke in einer gemeinsamen Ausstellung etwas Neues zu schaffen.

Wachendorf - Von Dieter Niederheide. Es kann für den Betrachter höchst interessant sein, wenn zwei Künstler ihre Arbeiten einen Dialog eingehen lassen. Auf jeden Fall ist es spannend, wenn das zwei Künstler wie René Rameil (Wachendorf) und Mayk Intemann (Hoyerhagen) unter dem Titel „Kunst-Palaver“ tun.

Stark zum Ausdruck kommt dieser künstlerische Dialog im Landsitz Wachendorf zum Beispiel in einem der oberen Ausstellungsräume im Landsitz Wachendorf unter dem Titel „Frau, was machst Du?“. Da ist die Büste, weibliche Metamorphose, und nicht weit davon das ausdrucksvolle Gemälde „Wenn Synapse Walzer tanzen“. Für Rene Rameil, Maler der sich sichtbar seine Vorliebe für die schwarz-weiße Druckgrafik bewahrt hat, ist dieses „Frauenzimmer“ besonders ausdrucksvoll.

Gelungene Blickfänge

Gelungene Blickfänge im Reigen der Rameil-Werke im Empfangsbereich die Serie „Im Emil-Nolde-Land“ mit Landschaften aus Norddeutschland und Dänemark. René Rameil: „Gerade im Aquarell kann gut an Ort und Stelle gearbeitet werden. Die Eindrücke können sinnlich in rauschhaften Farben umgesetzt werden.“ Der Künstler setzt sich engagiert mit Emil Nolde (1867-1956) auseinander.

Wie Kunstwerke schon rein optisch in ein intensives Kunst-Palaver eintauchen, macht Maler und Bildhauer Mayk Intemann (52), in einem Werk deutlich: 14 in gleicher Form gegossene helle und dunkle Köpfen, die im Kreis platziert sind. Diese Köpfe standen übrigens um einen Teich in Neumünster in einer Ausstellung der Herbert Gerisch-Stiftung, bevor Intemann sie für diese Ausstellung nach Wachendorf gebracht hat.

Bilder sollen den Betrachter auch mal herausfordern

Beeindruckend das großflächige in grau gehaltene Bild „Rapsblüte“, in dem Intemann den Betrachter mit einer Kriegsszene erschreckt. Den Dialog führen in diesem Fall zerstörte Häuser. Ein kleiner eingemalter Teddybär symbolisiert, dass in einem der Häuser ein Kind war. Wo ist es geblieben? In der oberen Bildhälfte – kleiner – ein blühendes Rapsfeld, mit dem der Künstler den Wiederaufbau symbolisiert.

Was den Dialog angeht, wurde bei der Ausstellungseröffnung das Gespräch der ausstellenden Künstler mit den Besuchern intensiv gepflegt. Rene Rameil: „Wir versuchen den Dialog, den Austausch meiner Bilder mit den Arbeiten von Mayk Intemann zu ergründen. Stören sie sich? Schaffen sie was Neues? Oder gehen sie eine Beziehung ein?“ Büsten, Skulpturen, Gemälde und Druckgrafiken im Kunst-Palaver. Die Bezeichnung ist keineswegs abwertend gemeint. Immerhin gilt das Palaver in afrikanischen Ländern als feiner Umgangston.

Auf die Frage, ob denn unterschiedliche Arbeiten zweier Künstler eine Verbindung eingehen, kommt von René Rameil ein klares „Ja“, denn er findet: „Kunstwerke sind nie isoliert, die Verbindung schafft der Betrachter mit seinem Sehen.“

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