Nienaber: „Nicht für 37. 000 Euro“

ProDem in Syke: Teuer, aber unumgänglich?

Syke - Quartiersmanagement ja, Unterstützung dafür nein? Vor dieser Frage stand der Ausschuss für Generationen am Donnerstagabend. Dabei stand eine Debatte überhaupt nicht auf der Tagesordnung: Der Verein ProDem, der eines Tages vielleicht das Quartiersmanagement in Syke übernimmt, sollte sich lediglich vorstellen. Das Thema bereitet den Ausschussmitgliedern nach wie vor Kopfzerbrechen.

In der Sitzung hatten Lilja Helms und Christin Brümmer von ProDem sich und den Verein vorgestellt: Das achtköpfige Team versteht sich als „Lotsen des Altenhilfesystems“. ProDem unterstützt und berät ältere Menschen in Weyhe und Stuhr, wo sie auch die Senioren-Quartiere verwalten.

Fakt am Rande: Der Verein war bis vor rund zehn Jahren für Syke zuständig. Als dann Seniorenservicebüros in die Kommunen kamen, wurden von ProDem mehr Leistungen gefordert (u.a. Wohnraumberatung). Da winkte der Verein ab: „Das konnten wir nicht leisten“, so Helms.

ProDem im zweiten Anlauf für Syke

Die Verantwortung gab ProDem an das Servicebüro ab. Und genau das kämpft jetzt mit den Folgen: Immer mehr Senioren kommen zu den Quartierstreffen in Okel und Steimke, und Servicebüro-Leiterin Heike Wilhelm ist ausgelastet. Der Gedanke: Man überlässt das Quartiersmanagement dem Profi mit Kapazitäten, und das ist nunmal ProDem. Kostenpunkt: 37.000 Euro pro Jahr.

Barriens Ortsbürgermeister Nienaber war das entschieden zu viel. „Nichts gegen Quartiersmanagement, aber nicht für 37.000 Euro! Das kriegen wir auch anders hin.“

Helmut Beyerle vom Seniorenbeirat hielt dagegen. Das Angebot stelle keine Konkurrenz zu örtlichen Vereinen da. Außerdem würden ebenso Kosten anfallen, wenn die Stadtverwaltung die Quartiere verwaltet. Schließlich bräuchte Wilhelm bei steigender Nachfrage auch Unterstützung.

„Was wir gut können, sind Senioren“

Der Meinung war auch Quartiers-Mitbegründerin Gabriele Beständig: „Ich habe erlebt, dass die Menschen für professionelle Hilfe sehr dankbar sind. Wir brauchen Quartiersmanagement!“

Unterdessen steckte Helms die Grenzen der Vereinsarbeit klar ab: ProDem kümmert sich um Menschen Ü-60, in vielen Fällen dement. „Was wir gut können, sind Senioren.“ Gerhard Thiels (Grüne) Wunsch nach einem generationenübergreifenden Konzept kommt ProDem also nicht nach. „Das überschreitet unsere Kompetenzen.“

Ausschussvorsitzender Ralf Eggers fasste zusammen: Die Verwaltung ist überlastet. Personal einzustellen, würde vermutlich teurer ausfallen. „Entweder, wir sagen ab und machen uns lächerlich, oder wir diskutieren nochmal.“

Mit Zustimmung aus Senioren- und Behindertenbeirat nimmt sich die Verwaltung des Themas nun noch einmal an und fasst einen neuen Beschlussvorschlag.

Rubriklistenbild: © dpa

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