Privates Altenpflegeheim muss wegen Personalnot schließen

Frenzel gibt auf

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Das private Altenheim Frenzel schließt zum Ende des Monats.

Syke - Von Michael Walter. Das Altenpflegeheim Frenzel muss zum Ende des Monats schließen. Das bestätigte gestern Heimleiterin Veronika Frenzel auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Die privat geführte Einrichtung am Schilfweg teilt damit das Schicksal des Seniorenheims an der Verdener Brake in Barrien, das im Mai vorigen Jahres aufgeben musste (wir berichteten). Hier wie dort sind weitestgehend die gleichen Ursachen verantwortlich: Beide Heime sind quasi Opfer des Pflegenotstands.

„Wir haben nicht mehr genügend Personal“, sagt Veronika Frenzel. „Wir suchen schon lange nach examinierten Altenpflegekräften. Aber es sind praktisch keine auf dem Markt.“ Für den Februar habe sie den Dienstplan noch bestücken können. Für den März nicht mehr.

Gewissermaßen der Genickbruch kam dann, als Veronika Frenzels Pflegedienstleitung unerwartet ihre Kündigung einreichte. Diese Schlüsselposition habe sie nicht ersetzen können, so Frenzel. „Ich habe alles versucht. Aber was nicht geht, geht eben nicht.“

Gemeinsam mit der Heimaufsicht des Landkreises habe sie die Situation intensiv diskutiert und Anfang dieser Woche die Entscheidung gefällt, das Heim zu schließen. „Schade. Am 1.März hätte ich 23 Jahre vollgehabt.“ Bewohner wie Mitarbeiter seien gleichermaßen geschockt gewesen.

Alles in allem verlieren damit zwölf Personen von der Leitung bis zur Putzfrau ihre Arbeit. „Aber ich habe überhaupt keine Bedenken, dass die anderweitig unterkommen“, meint die Chefin.

Von den zwölf Pflegeplätzen im Haus waren zuletzt elf belegt. Für die Bewohner sind laut Frenzel mit Unterstützung der Heimaufsicht Plätze in anderen Einrichtungen gefunden worden.

Wie es für sie persönlich weitergeht, weiß die 59-Jährige noch nicht. „Ich habe noch einige Zeit mit der Abwicklung zu tun. Zwei Monate mit Sicherheit“, schätzt sie.

Und dann? Bis zur Rente sind‘s ja noch ein paar Jahre. – Materiell werde sie keine Not leiden, winkt Frenzel ab. „Mein Mann ist ja noch in Vollzeit berufstätig.“ Und dann gehört ihnen gemeinsam ja auch noch das Haus: Es ist ihr Eigentum, sie wohnen dort aber nicht selbst. Was damit passiert, steht noch nicht fest.

Was bleibt? – „Unterm Strich ein Stück weit Stolz“, gesteht Veronika Frenzel. „Auf der einen Seite bin ich sehr traurig. Wir sind für viele Bewohner ja so etwas wie Familienersatz gewesen. Auf der anderen Seite war es zuletzt auch sehr stressig. Ohne diesen Druck komme ich jetzt sicher erstmal zur Ruhe.“

Frenzel blickt zurück: Viele Menschen habe sie durch ihre Arbeit kennengelernt. „Von der einfachen Bauersfrau bis zu Leuten aus den sogenannten besseren Verhältnissen. Darunter waren liebe Leute ebenso wie böse Leute. Und wir hatten die älteste Sykerin bei uns, die bis zum Alter von 109 Jahren im Haus gewohnt hat.“

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