Präventions-Workshop der Realschule

Starke Mädchen, starke Jungs

Das Präventionsprojekt in der Realschule wird von einer Ausstellung für Lehrkräfte und Eltern flankiert. Zwischen den Stellwänden (v.l.): Renate Bühn, Helge Johannsen, Schulsozialpädagogin Brunhilde Maskos und Rolf Rosenwinkel.
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Das Präventionsprojekt in der Realschule wird von einer Ausstellung für Lehrkräfte und Eltern flankiert. Zwischen den Stellwänden (v.l.): Renate Bühn, Helge Johannsen, Schulsozialpädagogin Brunhilde Maskos und Rolf Rosenwinkel.

Syke - Von Frank Jaursch. Die Probleme sind manchmal nur einen unbedachten Klick entfernt. Das Selfie in Unterwäsche, als Vertrauensbeweis an den Partner geschickt, kann sich nach dem Ende der Beziehung als fataler Fehler erweisen.

Wie gehen Jugendliche mit Sexualität und daraus entstehenden Konflikten im Zeitalter von Whatsapp & Co. um? Und wie kann man ihnen Hilfsmittel an die Hand geben, um Probleme zu bewältigen? Dies ist nur eines von mehreren Elementen, mit denen sich das Projekt „Mädchen und Jungen stärken“ an der Realschule beschäftigt.

Seit das Projekt im Jahr 2007 an der Schule installiert wurde, haben mehr als 750 Mädchen und Jungen an den Workshops teilgenommen. „Die Akzeptanz ist sehr groß, auch im Kollegium“, berichtet Schulleiter Rolf Rosenwinkel.

„Prävention gibt‘s nicht kostenfrei“, betont Renate Bühn, die für die Mädchengruppen zuständige Sozialpädagogin. Nicht zuletzt dank der Finanzierung durch die Stadt Syke und die Kreissparkasse ist es möglich, die zwölf Zeitstunden umfassenden Workshops in jedem Jahr neu zu organisieren.

106 Achtklässler sind in diesem Jahr dabei: Nach Geschlechtern getrennt, erhalten die Schüler dabei die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Ohne Lehrkraft, ohne Notendruck geht es darum, Strategien für Konfliktlösungen zu erarbeiten.

Was habe ich für Handlungsmöglichkeiten, wenn ich Teil eines Konflikts, einer Bedrohung oder einer Gewaltsituation bin? Welche Rechte habe ich?

Dass den Schülern diese Zeit eingeräumt wird, ist ungewöhnlich, weiß Helge Johannsen, Sexualpädagoge bei Pro Familia in Bremen und für die Jungengruppen zuständig. „Das ist eine schöne Kultur an dieser Schule.“ Er lobt auch den erkennbaren Willen der Schüler, mitzugestalten. „Die sind durchweg konzentriert und sachlich dabei.“

In diesem geschützten Raum fällt es vielen Jugendlichen leichter, sich für die doch sehr persönlichen Themen zu öffnen. In diesem Jahr geht es verstärkt auch um das Thema „Jugendsexualität im Internet“. Jugendliche nutzen Handys und Computer nicht mehr nur als Informationsquelle, sondern auch für ihre Sexualität. Eine Ausstellung für Eltern und Lehrkräfte flankiert den Workshop.

„Noch nie hatten wir eine Jugend, die so gut aufgeklärt war wie heute“, weist Johannsen auf einen Vorteil der Nutzung moderner Medien hin. Doch dass damit auch Gefahren einhergehen, zeigt das Beispiel mit dem erotischen Foto, das über Whatsapp-Gruppen die Runde machen kann.

Auch hier setzt der Workshop an. Was richte ich unter Umständen mit dem Weiterleiten an? Die Jugendlichen sollen begreifen, „was das sozial für jemanden bedeutet, der so etwas durchmacht“, erklärt Johannsen.

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