Wirtshaus, Partyraum und Fußball-Treffpunkt

Das Hansa-Haus blickt auf eine mehr als 300-jährige Vergangenheit zurück

Das Hansa-Haus vereint heute Kino und Restaurant. Früher, in den 60er- und 70er-Jahren, traf sich dort die Jugend, um ausgelassen zu feiern. - Foto: Archiv
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Das Hansa-Haus vereint heute Kino und Restaurant. Früher, in den 60er- und 70er-Jahren, traf sich dort die Jugend, um ausgelassen zu feiern.

Syke - Von Ilse-Marie Voges. Es soll bereits eine Posthalterei in Syke gegeben haben, bevor das Hansa-Haus in dem Anwesen zu Hause war. 1680 befand sich an dieser Stelle eine „Sponstedte“, die der Überlieferung nach als Ausspannstelle für Postkutschen etabliert war.

Das Hansa-Haus hatte zwischenzeitlich unterschiedliche Funktionen. Als Wirtshaus und Treffpunkt für Honoratioren empfahl es sich um 1834 und galt als eine gute Herberge für Gäste mit gehobenen Ansprüchen. Bekannt wurde es zudem wegen der bis heute bestehenden „Hansa Lichtspiele“.

Das Kino wird inzwischen von der Familie Kahle betrieben, und der einstige Saal hat nun ein zeitgemäßes Gewand sowie zwei Kinosäle.

Das zugehörige Restaurant Hansa-Haus wird von der Familie Stoffregen seit Jahrzehnten geführt. Der Giebel des Gasthauses und Saals ist architektonisch mit neugotischen Stilelementen versehen. Erker mit Jugendstil-Ornamenten sorgen für ein ansehnliches Äußeres. Inzwischen gibt es auch eine überdachte Terrasse, die an lauen Sommerabenden oder bei Public-Viewing-Events (beispielsweise Fußball) zum Drink draußen einlädt. Viele bekannte Künstler, Schauspieler, auch Politiker, waren im Hansa-Haus im Laufe der Jahre Gäste.

Das Bild der Stadt hat sich rapide gewandelt

In früheren Zeiten, in den 60er- und 70er-Jahren, war der große Saal des Hauses an den Wochenenden Treffpunkt für die Jugend, die ausgelassen zu den Hits aus der Musikbox tanzte und bis in die frühen Morgenstunden hinein feierte. Manches Mal, bis der erste „Pingel-Heini“ mit Dampflok, später ein Triebwagen, auf den Schienen Richtung Asendorf unterwegs war.

In direkter Nachbarschaft war das Café Felix an der B 6 / Ecke Mühlendamm ein Ort für Kaffeekränzchen. Sonntags spielte ein Mann am Klavier Walzer und Schlager, der Kellner, Herr Fichte, servierte Torte und Kaffee im schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Fliege.

Vom Café aus schauten die Gäste auf den Mühlenteich. Gegenüber war das Gasthaus Ritterhoff, ebenfalls ein beliebter Treffpunkt, auch für die Redakteure der Kreiszeitung, die damals noch am Mühlendamm ihren Sitz hatte. Heute ist das Café Felix ein Speiselokal und Ritterhoff hat ebenfalls zwei Restaurantbetriebe im Haus. Das Bild der Stadt hat sich rapide gewandelt.

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