Posthum: Ausstellung zum 90. Geburtstag von Hans O.E. Gronau

Baumeister der Kulturszene

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Hans O.E. Gronau

Syke - Von Anke Seidel. Grafiker, Literat, Journalist und Hörspiel-Autor: Hans O.E. Gronau hat die Kulturszene im Landkreis Diepholz als Baumeister geprägt wie kein zweiter. In diesem Jahr hätte der 2001 verstorbene Künstler seinen 90. Geburtstag gefeiert. Das Kreismuseum in Syke würdigt ihn aus diesem Anlass insbesondere als niederdeutschen Autor in einer Ausstellung.

Weil seine grafischen und malerischen Werke schon so oft im Landkreis präsentiert wurden, so seine Witwe Helga Scherler-Gronau, habe man sich bewusst für die literarischen Zeugnisse und Dokumente entschieden. Werke, die einen außergewöhnlichen Lebensweg spiegeln.

Hans O.E. Gronau wird 1925 in Bremen geboren, wächst mit der plattdeutschen Sprache auf. Mit 17 Jahren muss er als Soldat in den Zweiten Weltkrieg ziehen, erlebt Gefangenschaft und Flucht – was ihn sein Leben lang für den Frieden kämpfen lässt.

Nach dem Krieg gestaltet er eine Dokumentation über das Nachkriegs-Bremen maßgeblich mit: Als Dank an Menschen in Amerika für ihre Spenden an notleidende Bremer. Über den Bremer Mäzen Ludwig Roselius hat Gronaus Vater Hinrich Kontakte in die USA geknüpft – und den „Plattdeutschen Vereen“ in Bremen nicht nur wiederbelebt, sondern zum „Plattdütschen Kring“ mit rund 100 Vereinen erweitert. Bindeglied ist die Zeitschrift „Kiek in de Welt“, für die Hans O.E. Gronau Redaktion und Gestaltung sowie später auch den Verlag übernimmt. Sie erscheint monatlich in einer Auflage von 3500 Exemplaren – zwölf Jahre lang.

Geschichten, Fabeln Gedichte: Gronau setzt sich mit allen Facetten des Mensch-Seins auseinander – und ist 1980 Mitbegründer des Vereins „Kunst in der Provinz“, dem heute 240 Mitglieder angehören. Außerdem verfasst Gronau etliche Hörspielen für Radio Bremen, den NDR und den WDR. Für sein Wirken als Künstler und plattdeutscher Autor erhält er 1996 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Während der Eröffnung der Ausstellung im Kreismuseum am 3. Oktober um 15 Uhr liest sein langjähriger Weggefährte Gerd Spiekermann aus Gronaus und aus eigenen Texten. Unabhängig davon können Besucher der Ausstellung Gronaus Stimme noch einmal hören – über Kopfhörer. Die Witwe des Künstlers hat seine Texte mit ihren eigenen, eindrucksvollen Bildern kombiniert.

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