Knapp eine Million

Post zu verkaufen

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Das Post-Gebäude an der Herrlichkeit wird derzeit im Internet als „interessantes Anlageobjekt“ angepriesen. ·

Syke - Von Frank Jaursch. Für den paketbepackten Ebay-Verkäufer ist es eine Abgabestelle, für den Postbank-Kunden ist es die Filiale um die Ecke, für Fast-Food-Fans das Haus neben McDonald‘s.

Das Post-Gebäude an der Herrlichkeit hat aber noch eine weitere mögliche Bedeutung – für Menschen mit dem nötigen Kleingeld. Im Internet wird die Immobilie seit Kurzem als „sehr interessantes Anlageobjekt“ angeboten. Für fast eine Million Euro.

Das knapp 45 Jahre alte Gebäude in „gepflegtem Zustand“ findet man auf einem namhaften Immobilienportal. Angeboten wird das gesamte Gebäudeensemble mit einer Gesamtfläche von gut 1350 Quadratmetern. Inklusive Parkplatz kommt das Objekt auf eine Grundstücksfläche von fast 3 700 Quadratmetern. Kaufpreis: 975 000 Euro – ohne Käufer-Courtage.

Interessante Informationen hat die Annonce am Rande auch zu bieten: Jährlich, so heißt es, kommen Mieteinnahmen von mehr als 89 000 Euro zusammen – das ergibt einen Kaufpreisfaktor von 10,9. Das heißt im Klartext: Rein rechnerisch hat man als Käufer nach weniger als elf Jahren seinen Kaufpreis durch die Mieten wieder „drin“.

Für den Eigentümer mag das ein gutes Geschäft sein – doch was bedeutet das für den Post-Standort Syke? Das Objekt ist an die Deutsche Post Immobilien GmbH vermietet. Über die Dauer des Mietvertrags allerdings gibt weder die Anzeige noch die Post-Pressestelle Auskunft. „Das sind Interna, die wir nicht öffentlich kommunizieren“, erklärt Pressesprecherin Maike Wintjen im Gespräch mit der Kreiszeitung. Derzeit lägen der Pressestelle keine Informationen über einen Umzug oder eine Verlagerung des angeschlossenen Zustellstützpunktes vor. „Da gibt‘s im Moment nichts zu erzählen.“

Würde es sich für die Post nicht lohnen, das Gebäude zu kaufen? Wintjen winkt ab. „Wir sind Logistiker und keine Immobilienmakler.“ Erst vor knapp sechs Jahren hatte die Post, ursprünglich Eigentümer des Gebäudes, die Immobilie an die US-Investmentgesellschaft Lone Star verkauft – als Teil eines Pakets von insgesamt 1300 Filialen. Im Zuge dieses  Deals habe die Post „innovative Rückmietverträge ausgearbeitet“, um sicherzugehen, dass der neue Eigentümer den Mieter Post nicht nach kurzer Zeit wieder hinauswirft.

Demnach bleibt die Post auch künftig in Syke und überweist im Falle eines Eigentümer-Wechsels nur die Miete auf ein anderes Konto. Ähnliche Aussagen kommen von der Konzernzentrale der Postbank in Bonn. Für das dortige Finanzcenter habe man „längerfristige Mietverträge“ abgeschlossen, erklärte Pressesprecher Ralf Palm gestern. „Da ist keine Veränderung geplant.“

Eine Nachfrage unserer Zeitung an den Makler des Eigentümers blieb bis gestern bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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