Post-Fußballerinnen gestalten vor Benefiz-Spiel Unterkunft am Hohen Berg um

Ein bisschen Sonne in den Fluren des Flüchtlingsheims

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Auch Bewohner Ahmed Malek aus dem Sudan, selbst gelernter Maler, half bei den Arbeiten mit.

Syke - Von Frank Jaursch. Eigentlich ist Isabella Harling auf Duisburgs Straßen oder auf den Fußballplätzen in ihrer Region unterwegs: Die Briefzustellerin der Deutschen Post ist als Stürmerin gefürchtet und seit mehr als fünf Jahren Mitglied des Post-Frauen-Nationalteams. Am Montag stand vor dem Benefiz-Spiel der Fußballerinnen in Heiligenfelde aber eine ganz andere Tätigkeit an: Gemeinsam mit 15 weiteren Spielerinnen verpasste Harling den Fluren eines Syker Flüchtlingsheimes einen neuen Anstrich.

Mehrere Stunden lang waren die Post-Mitarbeiterinnen damit beschäftigt, die Wände der Flure zu streichen – in Gelb natürlich – und auch die Decken der langen Gänge zu tünchen. „Wir haben schon verschiedene Werbeaktionen gemacht“, erklärt Harling, „aber vom Gefühl her ist das hier das Beste, was wir bislang gemacht haben.“

Emsig machten sich die Besucherinnen, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren, um die Mittagszeit herum an die Arbeit: Türzargen abkleben, Böden abdecken, Farbeimer auf und los: „Man tut was für Menschen, die ein bisschen Sonne in den Fluren gebrauchen können“, ist sich Harling sicher.

Mit Bedauern nahm die Duisburgerin zur Kenntnis, das die meisten der gut 20 Bewohner des Flüchtlingsheimes abwesend waren. „Schade eigentlich, ich hätte die gern kennengelernt.“

Wenn Postler Wände streichen, muss es natürlich Gelb sein: Die Flure der Flüchtlings-Unterkunft präsentieren sich seit Montag in freundlich-heller Farbe.

Nur vier junge Männer waren in ihrer Unterkunft geblieben. Drei von ihnen schauten den Malerinnen zu – der vierte griff kurzerhand selbst zum Farbroller: Mit fließenden Bewegungen half Ahmed Malek mit. „Der streicht sensationell“, lobt Wolfgang Jacob, Coach der Post-Fußballerinnen, und spendierte dem Asylbewerber kurzerhand Post-T-Shirt und Hose für die Arbeiten.

Malek hatte in seiner Heimat im Sudan den Beruf des Malers gelernt, ehe er nach Deutschland geflüchtet war. Seit etwa einem Monat lebe er jetzt in Syke, berichtete der 22-Jährige. Die etwas weniger professionellen Anstreich-Versuche der Kickerinnen beobachtete er mit mildem Lächeln. Für ihr Engagement hat er aber ein Lob übrig. „Good!“

Dass die Aktion so sehr in den Fokus gerät, hat auch Rainer Möhlenbrock, den Stabsleiter der Bremer Post-Niederlassung, überrascht. Im Juni, als die Idee Form annahm, war die Flüchtlingsproblematik hierzulande nicht so akut gewesen.

„Wir wollten Fußball spielen und etwas Wohltätiges machen“, umreißt Möhlenbrock die Ziele. Das Wohltätige war am späten Nachmittag erledigt. Am Abend stand dann in Heiligenfelde das Benefiz-Spiel für die Organisation „Shepherd‘s Heart“ an. Die Post-Fußballerinnen aus Dresden, Koblenz, Leipzig oder Düsseldorf trafen mit etwas schweren Armen auf die Landesliga-Frauen des SVH.

Trainer Wolfgang Jacob wünschte sich für den Abend „ein schönes Spiel, viele Spenden für eine gute Sache, eine Werbung für den Frauenfußball – und eine siegreiche Post“.

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