„Positiv chaotische“ Zustände zum Abschluss der Literaturwoche

Volles Haus beim Finale

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Sieben Köpfe – sieben Dialekte: Die Protagonisten vom Förderverein der Bibliothek.

Syke - Von Angelika Kratz. Selten kommt Sykes Museumsleiter Ralf Vogeding außer Atem. Am Sonntagnachmittag konnten die vielen Gäste aber einen etwas sprachlosen Gastgeber auf der Museumsdiele erleben. Als „positiv chaotisch“ beschrieb er in seiner Begrüßung den gewaltigen Andrang zum Abschluss der Syker Literaturwoche.

Geschichten in sieben Dialekten spannten perfekt den Bogen zum plattdeutschen Auftakt der Veranstaltungsreihe mit Fernsehmoderator Yared Dibaba am 23. Januar (wir berichteten).

Joachim Heins hatte genau die richtigen Leute aus den Reihen des Fördervereins der Stadtbibliothek zum Mitmachen animiert.

Hans-Joachim Frank stammt aus Frankfurt und babbelt nach wie vor hervorragend hessisch. Mitgebracht hatte er eine Weihnachtsgeschichte und amüsierte das Publikum aufs Beste mit einer anderen Sichtweise „wo das Bobbelsche off de Welt kommen is“ und einer Einladung zum Essen im zweiten Teil.

Die Wurzeln von Susanne Greis liegen in Bayern und forderten somit die Zuhörer bei ihrer Geschichte eines Krankenbesuches auf andere Weise. „Ihn reißt‘s weg“, ging wie die fast philosophische Betrachtungsweise über ausgestorbene Dinosaurier und deren Zusammenhang mit den Bayern Richtung Lachmuskulatur.

Ralf Vogeding versuchte bei allen Dialekten bekannte Fernsehsendungen oder berühmte Personen ins Gedächtnis zu rufen. Bei Joachim Heins und seinem Pälzer Dialekt fiel ihm nur die Lieselotte von der Pfalz ein.

Ruth Klenz stammt aus Schlesien und brachte ein originales Streuselkuchen-Rezept aus dem Riesengebirge mit. Weiter ging die sprachliche Reise zum Ruhrpott mit Georg Kranefoed und der bekannten Frau Stratmann von Elke Heidenreich.

Hinsichtlich seiner Studentenzeit in Aachen liegt Kranefoed auch der rheinische Dialekt noch gut auf der Zunge. Ausgestattet mit besten schauspielerischen Qualitäten begeisterte er die Zuhörerschaft mit „Solei und Mostard“.

Zwischen der Lebensgeschichte einer „Chaiselongue“ und einer schwäbischen Loreley am Neckar wischte sich so mancher Gast bei Ingeborg Petersilges Vortrag die Lachtränen aus dem Augenwinkel.

Christa Seifert stammt aus dem Vogtland. „Man hört‘s heute noch“, mag sie ihren Dialekt gar nicht vertuschen. Wie nahe die Worte „Hosen und Hasen“ bei entsprechender Aussprache zusammenhängen, davon konnte sich die Besucher auf der Museumsdiele ebenfalls überzeugen.

Ein dickes Dankeschön ging von Hausherrn Ralf Vogeding Richtung Bibliotheksleiterin Jutta Behrens für ihre Arbeit rund um die ganze Literaturwoche.

„Die alten Balken der Museumsdiele haben sich sicherlich gefragt, was babylonische Sprachverwirrung ist“, betonte Ralf Vogeding die bunte verbale Vielfalt des Nachmittags. „Wir sind auf dem richtigen Weg und freuen uns auf eine Wiederholung“, gab es dann noch zur Freude der vielen Gäste ein ernst zu nehmendes Versprechen von Ralf Vogeding.

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