Fünf Mitglieder der „Treckerfreunde Lohne“ sammeln 42 .770 Euro

„Positiv Bekloppte“ zuckeln für Kinderhospiz nach Polen

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Diesen roten „Porsche“ stellte Helmut Kohake am Freitag bei „Löwenherz“ ab, um beim Sommerfest des Kinderhospizes an die „Tour der Freundschaft“ der Lohner Treckerfreunde zu erinnern. 

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Als die fünf Treckerfreunde von ihrer abenteuerlichen Trecker-Oldtimertour aus Polen zurückkehrten, waren bereits mehr als 30. 000 Euro an Spenden für das Kinderhospiz „Löwenherz“ bei ihnen eingegangen.

„Inzwischen steht da eine Vier vorne“, freute sich Helmut Kohake, der mit so einem überwältigenden Ergebnis und so einer unerwarteten Resonanz niemals gerechnet hatte. Er überreichte am Samstag der Leiterin der ambulanten Kinderhospizarbeit bei „Löwenherz“, Fanny Lanfermann, den großen symbolischen Scheck über 42. 770 Euro.

Zusammen mit vier weiteren Mitgliedern des Vereins „Treckerfreunde Lohne“ hatte er die Benefiz-Treckertour unternommen, die in das rund 800 Kilometer entfernte Koszalin, die ehemalige Hansestadt Küstrin in Westpommern führte.

Vor Beginn der Reise hatten die fünf „positiv Bekloppten“ Freunde, Geschäftspartner und Bekannte über ihre Absicht informiert, die Oldtimer-Treckertour nach Polen zu unternehmen, um dabei Spenden für das Kinderhospiz „Löwenherz“ zu sammeln. Und die Spenden sprudelten.

Es war Helmut Kohakes Idee, allerdings wollte er nicht allein fahren. Darum suchte er in seinem Treckerclub Mitfahrer und wäre schon zufrieden gewesen, wenn sich wenigstens einer angeboten hätte. Aber er hatte sich getäuscht: Zehn Treckerfreunde wollten ihn begleiten, das hätte jedoch logistische Probleme zur Folge gehabt. Schließlich starteten am 26. August fünf Oldtimer, von denen einer einen Anhänger mit Treibstoff, Werkzeug und persönlicher Ausrüstung zog.

Cabrios ohne Verdeck

Die fünf Traktoren – ein „Güldner“, ein „Hanomag 217“, ein „Eicher-Königstiger“, ein „Eicher-Leopard“ und ein „Porsche-Standard“ – waren allesamt „Cabrios“. Im Vertrauen auf gutes Wetter hatte keines dieser Dieselrösser ein Verdeck. Aber die fünf Fahrer, Alwin Riesenbeck, Franz-Josef Dockmann, Frank Bending, Martin Kohake und Helmut Kohake, hatten natürlich Regenzeug und Gummistiefel eingepackt.

„Das wird uns keiner glauben, aber wir haben das Regenzeug nicht benötigt, stattdessen wurden unsere T-Shirts mit der Aufschrift ,Treckerfreunde mit Löwenherz‘ knapp“, berichtet Kohake.

Martin Kohake führte die Kolonne an und gab mit seinem „Eicher“ Tempo und Richtung vor. Von Lohne aus ging es über Bremen, Hamburg, Schwerin, Rostock, Greifswald und Kolbe nach Koszalin. Ein kleiner Umweg führte sie auf die Insel Usedom. Mit der Fähre setzten sie dann nach Swinemünde über. Nur einmal hatten sie sich verfranst und standen plötzlich auf einem Acker. Die einzelnen Etappen waren bis zu 130 Kilometer lang, übernachtet wurde in vorher gebuchten Hotels. Die Traktoren tuckerten zuverlässig und völlig problemlos mit einem Durchschnittstempo von 19.7 Stundenkilometer, wie Martin Kohake errechnet hatte. Insgesamt verbrauchten sie dabei 1,5 Liter Öl und rund 500 Liter Dieselkraftstoff.

Fast wäre ein Bußgeld fällig gewesen

Entscheidend waren aber nicht die technischen Daten, viel wichtiger waren ihnen der Spaßfaktor und die Erlebnisse auf der Reise. Vor dem Schweriner Schloss durften sie wegen einer Wahlveranstaltung nicht weiter fahren. Sogar ein Bußgeld wollte die Polizei ihnen abknöpfen, aber das hatte sich erledigt, als die Polizisten die Hintergründe der Fahrt erfuhren. Die Polizisten nahmen sogar noch ein Gruppenfoto von ihnen und ihren Fahrzeugen vor dem Schweriner Schloss auf. In der Nähe von Rotenburg wurden sie spontan zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Überall sorgte die kleine Treckerkarawane für Aufsehen. „Wenn wir eine Pause einlegten, waren wir sofort von Menschen umzingelt“, berichtet Kohake.

Wohlbehalten trafen sie bei einem Geschäftsfreund von Helmut Kohake in Koszalin ein, der auch die Sattelschlepper für die Rückreise zur Verfügung stellte.

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