40-Jähriger fängt über Monate Sendungen ab und durchsucht sie nach Bargeld

Polizei Syke schnappt Postdieb

Syke - Von Frank Jaursch. Über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten sind im Bereich Syke und Heiligenfelde Dutzende Briefsendungen verschwunden. Gemeinsame Ermittlungen von Post und Polizei haben offenbar zu einem Ermittlungserfolg geführt: Ein 40-jähriger Bassumer ist dringend verdächtig, die Briefe abgefangen und nach Bargeld durchsucht zu haben.

Wie Polizeisprecherin Sandra Franke gestern mitteilte, hat der Beschuldigte die Taten eingeräumt. Bei einer Hausdurchsuchung waren Polizeibeamte auf eine ganze Reihe von Briefsendungen gestoßen, die zum Teil schon geöffnet waren. Der Verdächtige hatte als Vertragspartner der Post in ihrem Auftrag Postkästen geleert.

Offenbar hatte der Mann gezielt nach einer bestimmten Art von Sendungen gesucht: Handgeschrieben und anscheinend privater Natur. „Er hat wohl vermutet, da ist eine Glückwunsch-Karte drin, und vielleicht noch ein Scheinchen“, vermutet eine betroffene Frau, deren Sendungen gleich mehrfach „Opfer“ des Briefdiebs wurden.

Die Sykerin schickte eine Reihe von Testbriefen gleicher Art ab, die ebenfalls nicht an ihrem Zielort ankamen. Und sie war nicht die einzige, die sich anschließend bei den Postfilialen beschwerte: Als sich die Verlustmeldungen in Heiligenfelde und Syke häuften, wurde die Sicherheits-Abteilung der Post aktiv.

„Unsere Security arbeitet eng mit der örtlichen Polizeidienststelle zusammen“, berichtet Post-Pressesprecherin Maike Wintjen. Die gemeinsamen Ermittlungen führten schnell zum Erfolg: Ende Oktober erfolgte die Durchsuchung, seitdem hat das Verschwinden von Briefen ein Ende.

75 Briefe in Wohnung gefunden

Wie hoch die Zahl der verschwundenen Briefe insgesamt ist, ist nicht mehr nachvollziehbar. In der Wohnung des Verdächtigen wurden nach Polizeiangaben etwa 75 Briefe gefunden. Jeder einzelne wird nun den Adressaten zugeschickt – mit der Bitte um Stellungnahme, ob der Sendung vielleicht Bargeld entnommen wurde.

Der mutmaßliche Täter wird sich voraussichtlich wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verantworten müssen, nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft über weitere Schritte entscheiden.

Wer selbst glaubt, dass seine Briefsendung verlorengegangen ist, wird gebeten, sich nicht direkt bei der Polizei zu melden, sondern bei der Hotline der Post (0228 / 4333 112). Postsprecherin Maike Wintjen bittet darum, die Post auf jeden Fall zu informieren, „auch wenn das nicht sofort zu einem Ergebnis führt“. Nur so könnten derartige Delikte zeitnah bemerkt und der Täter ermittelt werden.

Wintjen weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass Geldscheine in normalen Briefen nichts zu suchen haben. „Wir können nur davor warnen. Wer das macht, handelt grob fahrlässig.“ Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Post ist das Geld nicht abgesichert und würde bei einem Verlust nicht ersetzt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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