Podiumsdiskussion „Bezahlbares Wohnen im Alter“ im Rathaus / Bürgermeisterin spricht Umnutzung von Flüchtlingsunterkünften an

Von neuen Immobilien bis zur Senioren-WG im Altbau

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Angeregt legten die Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft wie Edith Heckmann (r.) ihre Positionen zum günstigen Wohnen im Alter dar.

Syke - Von Tobias Kortas. Bezahlbares Wohnen im Alter – das Thema klingt wenig kompliziert. „Bezahlbar ist alles, wenn ich Geld habe“, sagt Helmut Beyerle, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Dass es dann doch nicht immer so einfach und Wohnen im Alter für viele Syker sehr wohl ein Thema ist, beweist die Zahl von circa 70 Menschen, die am Dienstagnachmittag zur Podiumsdiskussion der Senioren 50plus und des Seniorenbeirats in den Syker Ratssaal gekommen waren.

Zehn Personen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft, darunter auch Bürgermeisterin Suse Laue, diskutierten zum Teil sehr angeregt über Immobilienpreise, Bauvorhaben und -substanzen sowie Wohnmodelle für ältere Menschen.

„Die Stadt will bauen – vor allem für Flüchtlinge“, machte Laue vorweg deutlich. „In diese Häuser sollen später auch andere Menschen einziehen können.“

Bauamtsleiter Timo Fleckenstein verdeutlichte das. 1,5 Millionen Euro stünden der Stadt für Flüchtlingsunterkünfte in Syke und den zugehörigen Dörfern zur Verfügung. „Die können in günstige Wohnungen umgenutzt werden.“ Im Syker Stadtgebiet könnten im geplanten Baugebiet „Lerchenfeld II“ an der Bassumer Landstraße sowie an der Wiesenstraße kostengünstige Wohnungen entstehen. Fleckenstein: „In Gesprächen mit Investoren fragen wir immer, ob sie etwas für kostengünstigen Wohnraum tun können.“

Dass der nicht leicht zu haben ist, verdeutlichte der Stuhrer Immobilienmakler Axel Brauner. „Der Bedarf ist wahnsinnig groß und gutes Bauland knapp“, meinte Brauner. So gebe es nicht genügend neue Immobilien. Sykes Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig gab zu bedenken, dass Wohnungen für ältere Menschen ebenerdig oder mit einem Fahrstuhl ausgestattet sein müssten, was zusätzliche Kosten verursacht.

Alte Menschen würden aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation einerseits zwar zentrumsnah wohnen, aber andererseits oft ihr Haus nicht aufgeben wollen, erklärte Brauner.

Heiligenfeldes Ortsbürgermeister Wilken Hartje erwiderte: „Am Anfang baut man meistens groß, dann wird es meistens zu groß.“ Ratsherr Reinhard Hansemann meinte dazu: „Ein Pflegeheim ist für Alte der letzte Weg.“ Allerdings sei es für Senioren finanziell äußerst schwierig, in eine zentral gelegene Wohnung zu ziehen. „Für ein Einfamilienhaus bekommt man vielleicht 150000 Euro, während eine Eigentumswohnung 200000 Euro kostet“, nannte Hansemann ein Beispiel.

Doch wie funktioniert denn nun bezahlbares Wohnen im Alter?

„Wir müssen an Altbausanierungen und Senioren-Wohngemeinschaften denken“, meinte die Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau Edith Heckmann. Wilken Hartje sprach sich ebenfalls für eine kostengünstige Altbausanierung aus. Allerdings könne man die Bürger „zum Nutzen alter Bausubstanzen nicht verpflichten.“

Der Vorsitzende des Bauausschusses Gerd Thiel schlug vor, für bezahlbaren Wohnraum „Nägel mit Köpfen zu machen“ und das Angesprochene umzusetzen. Er habe sich selbst wiederholt für die Nutzung alter Bausubstanz stark gemacht.

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