Pflegefrei liegt im Trend

Friedhof-Entwicklungsplan für Barrien

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Die Kirchengemeinde macht sich Gedanken über die künftige Gestaltung des Barrier Friedhofs.

Barrien - Von Dieter Niederheide. Wie soll sich der Alte Friedhof an der Bundesstraße 6 in Barrien in Zukunft entwickeln? Zu dieser Frage stellte am Dienstag in der Kapelle des Friedhofes Landschaftsarchitektin Christina Stoffers den von ihr erarbeiteten Friedhofsentwicklungsplan der Gemeinde vor.

Die Umsetzung wird Zeit brauchen, zumal es bei der Neugestaltung eines Friedhofes auch um die Finanzierung geht. Und da führt kein Weg am Kreiskirchenamt vorbei, so Christa Carstens, Vorsitzende des Friedhofsausschusses im Kirchenvorstand. Ins Auge gefasst sind im Friedhofsentwicklungsplan unter anderem als Neuheit für den Barrier Friedhof die Baumbestattung, ein Feld für Kindergräber (Sternenkinder) und ein Gräberfeld für Sozialbestattungen.

Bevor Christina Stoffers auf den Entwicklungsplan für den Friedhof in Barrien einging, zeigte sie anhand von Beispielen den neuen Trend der Bestattungsarten, zum Beispiel Baum- und Urnengräber, unter anderem aufgereiht am sogenannten Urnenband mit Namensplaketten auf einer Betonkante, oder Reihengräber. Ein anderes Beispiel war das Grabfeld Heide-Garten mit Findlingen und Heide. Deutlich stellte die Landschaftsarchitektin heraus, dass die Wirtschaftlichkeit bei den Anlagen schon gewahrt sein müsse.

Partnergrabanlage für Urnen

Insgesamt gebe es, so Stoffers, eine Veränderung in der Einstellung zum Friedhof. Als wichtig nannte sie den Sitzbereich innerhalb eines Rasengrabfeldes. Der Grund: „Hier treffen sich Menschen, die miteinander reden, das ist ein Stück Gemeinschaft“, sagte sie.

Neu ist auch die Partnergrabanlage für Urnen mit einer Stele in der Mitte. Im Zuge ihrer Vorstellung des Friedhofkonzeptes für Barrien geht ihr Plan für die Fläche oberhalb der Kapelle von Rasen- und Sarggräber aus. Eine Fläche unterhalb der Alten Kapelle kann für Gräber im Rahmen der Sozialbestattung genutzt werden.

Alle Grabformen sollen auch als Doppelgrab angeboten werden. Die Veränderung der Bestattungskultur macht sich laut Carstens auch für den Friedhof bemerkbar. „Der Bedarf an pflegefreien Gräbern wächst auch bei uns an, insbesondere die Nachfrage nach Urnengräbern.“

Christina Stoffers geht in ihrem Plan auch auf die Gestaltung des Bereichs ein, der vom Parkplatz auf die Kapelle zu führt. An der Wildblumenwiese soll es Reihen- und Urnengräber geben.

Aus der Gemeinde heraus kam die Frage, wie in Zukunft mit alten Gräbern wie Familiengräbern umgegangen wird. Stoffers machte klar, dass dieser Bereich wichtig bleibt. „Die alten Gräber sind auf keinen Fall als Auslaufmodelle zu sehen, ein Friedhof lebt von den alten Gräbern.“ Auch Christa Carstens machte klar, dass die alten Gräber bestehen bleiben.

Gefragt wurde auch nach den Ruhefristen. Stoffers betonte, dass es keine Ruhefristen unter 20 Jahre gibt, das sei verboten. Sie führte schließlich noch an, dass Kies auf Gräbern keinen Sinn macht. „Das Grab muss wirtschaftlich zu pflegen sein, sonst wird alles zu teuer“ führte sie aus. Die Pflege der Grabfelder und Gräber wird von der Kirchengemeinde übernommen, gleich welche Bestattungsart in Frage kommt.

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