Vor dem Ende einer Ära

Peter Schnabel ist nur noch vier Wochen Vorsitzender des TuS Syke

Peter Schnabel tritt nicht zur Wiederwahl an und freut sich bereits auf eine spannende Zeit danach. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Beim TuS Syke endet in vier Wochen eine Ära: Am 22. Mai wählt die Mitgliederversammlung des Vereins turnusgemäß ihren Vorsitzenden. Und das wird diesmal nicht mehr Peter Schnabel sein. Nach 18 Jahren tritt er nicht wieder zu Wahl an.

„Ich bin in einem Alter, wo ich mich auf die Dinge konzentrieren möchte, die mir privat am Herzen liegen“, sagt der 66-Jährige. „Ein bisschen Kultur, ein bisschen Wandern und ein bisschen die Welt sehen.“ Schnabel hat eine „gewisse Affinität zur Modernen Kunst“. Und zur Musik: Jazz seit Kindheitstagen. „Und inzwischen auch Klassik.“

Den Vorsitzenden Schnabel hat der TuS im Grunde einem handfesten Karriereknick zu verdanken: 1993 wählte der Syker Rat den gebürtigen Stader zum neuen Stadtdirektor und damit zum Chef der Stadtverwaltung. Doch als der Vertrag 1999 auslief, entschied sich der Rat gegen eine Wiederwahl. Sein Nachfolger wurde Rudolf Frenken. Und Peter Schnabel stand auf der Straße.

Normalerweise wäre ein Umzug die logische Konsequenz gewesen. Die Stellen für Verwaltungsbeamte in leitender Funktion sind ja nicht gerade dicht gesät. Bei Schnabels entschied der Familienrat anders. „Unser Sohn kam damals gerade an die Orientierungsstufe und unsere Tochter in die erste Klasse“, erzählt Peter Schnabel. Die Eltern wollten die Kinder in dieser Phase nicht aus dem gewohnten Umfeld reißen.

Nicht lange überlegt 

Als dann der TuS-Vorstand an ihn herantrat, musste er Peter Schnabel nicht lange bitten. Vereinsarbeit kannte er schon, und Zeit hatte er reichlich. Und so ließ er sich als Kandidat für den Vorsitz aufstellen – und wurde gewählt.

Der Zustand des Vereins war damals desolat: Als Schnabels Vorgänger Hans-Joachim Lücke ging, hatte der TuS Syke rund 200.000 Mark Schulden. Und was schlimmer war: Eine nicht kostendeckende Struktur. „Die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb waren niedriger als die Ausgaben dafür“, sagt Schnabel. Ergo häuften sich die Schulden immer weiter an.

Drei Jahre hat es gedauert, bis Schnabel zumindest das laufende Defizit abbauen konnte. Die Altschulden hat der Verein noch bis vor ein paar Jahren abgestottert.

Die finanziellen Rahmenbedingungen neu zu ordnen, sei das wichtigste gewesen, was er für den TuS erreicht habe, sagt Schnabel über Schnabel. Und schränkt gleich ein: „Das ist aber nur gelungen durch Zuschüsse der Stadt, des Landessportbunds und durch Sponsoren, allen voran Kreissparkasse und Avacon.“

Woran Schnabel heute immer noch ein wenig zu knabbern hat, ist die gescheiterte Erweiterung des Waldstadions. Der hatten die Syker 2004 im Rahmen eines Bürgerentscheids einen Riegel vorgeschoben.

Wo sieht der alte Vorsitzende die größten Baustellen für den neuen? Schnabel: „Der Verein muss sich ja weiterentwickeln. Die Diskussion um Spartenbeiträge wird da ein Thema werden.“ Wahrscheinlich auch eine inhaltlliche Neuorientierung: „Der Verein ist ja noch immer stark auf den Wettkampfsport ausgerichtet.“ Mehr Potenzial – auch finanziell – verpreche aber der Gesundheitssport. „Das hat uns der TSV Barrien vorgemacht.“ Und sicher stehe irgendwann auch die Frage im Raum, ob ein Verein wirklich alles machen muss. „Wir haben im TuS etwa 25 Sparten. Diese Breite ist für eine Stadt wie Syke ungewöhnlich.“

Nachfolger wird gesucht 

Wie geht es nun weiter? Und mit wem? Einen designierten Nachfolger gibt es noch nicht. „Es sind mehrere Personen im Gespräch. Es hat sich aber noch keine klare Linie ergeben“, sagt Schnabel. „Es wird zur Mitgliederversammlung ein Angebot geben.“

Und was kommt danach für ihn selbst? „Eine spannende Zeit, hoffe ich.“

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