Peter-Pan-Produktion im Syker Theater begeistert die Besucher

Turbulente Reise nach Nimmerland

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Fee Glöckchen (Tatjana Wiedel, l.) findet den Plan von Peter Pan (Bastian Dänekas) nicht so toll: Er will Wendy (Emma Scibbe) und ihre beiden Brüder mit nach Nimmerland holen.

Syke - Von Frank Jaursch. Es ist schon ein besonderes Talent, ein guter Geschichtenerzähler zu sein. Wendy Darling hat dieses Talent. Allabendlich erfindet die junge Londonerin für ihre beiden jüngeren Brüder die wildesten Abenteuer. Doch als Peter Pan auftaucht und das Trio aus dem Kinderzimmer in seine Welt von Feen und Piraten mitnimmt, erfahren die drei, was echte Abenteuer sind.

In dieser Woche nimmt das Theater-Ensemble Syke (TES) die kleinen und großen Besucher des Theaters mit auf die Reise nach Nimmerland. Bis morgen kommen Schulklassen und Kindergarten-Gruppen in den Genuss der „Peter Pan“-Produktion, am Samstag und Sonntag gibt es dann noch zwei offene Vorstellungen.

In den eineinhalb Stunden zwischen dem ersten Öffnen des Vorhangs und dem Schlussapplaus erleben die Zuschauer eine temporeiche Story um Freundschaften und hinterlistige Piratenpläne, um Kinderträume und das Erwachsenwerden.

Ein Blick hinter die Kulissen bei der gestrigen Vorstellung offenbart die akribische Arbeit, die nötig ist, um so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Während eine Viertelstunde vor der Vorstellung die ersten Kindergruppen in den Zuschauerraum kommen, herrscht hinter der Bühne konzentrierte Ruhe. Noch einmal gehen die Darsteller in Gedanken ihre Rollen durch, kontrollieren, ob alle benötigten Requisiten auch am richtigen Ort liegen.

Regisseur Detlev Petersen beobachtet das Treiben mit demonstrativer Gelassenheit. „Die haben alle Nerven wie Drahtseile“, schmunzelt er. Petersen hat in den vergangenen Monaten getan, was er konnte, um der von ihm geschriebenen Geschichte die richtige Form zu geben. Von diesem Moment an liegt das Gelingen des Stückes in den Händen der Schauspieler – und der helfenden Hände.

Requisiten warten hinter der Bühne auf den Einsatz. Und im Hintergrund geht Fee Glöckchen noch einmal in Gedanken ihren Text durch… Ach nein, Glöckchen spricht ja nur feeisch!

Der zweite Bühnenmeister Lars Hense-Cordes zum Beispiel sorgt mit seinem Einsatz an den Zügen dafür, dass zum richtigen Moment die richtigen Kulissen sanft von der Decke herabschweben. Er ist es auch, der Bastian Dänekas alias Peter Pan zum Schweben bringen kann. Im Regieraum sorgt Marco Langer dafür, dass jede Szene die richtige Beleuchtung erhält – und die vorgesehene musikalische Untermalung. „Ist schon ein komplexes Stück“, sagt er und deutet auf das Panel vor sich: 47 verschiedene Einstellungen gilt es punktgenau zu starten. Das Theater ist voll, das Stück beginnt. Die Kinder machen mit. „Wollt ihr eine Geschichte hören?“, fragt Emma Scibbe (Wendy) ins Publikum. Und erhält ein hundertfaches „Jaaaa!“ als Antwort.

Petersen erkennt auf den ersten Blick, dass viele Kindergartengruppen im Theater zu Besuch sind: „Man sieht ihre Schuhsohlen, wenn sie sitzen“, sagt er grinsend. Doch auch die Kleinen schauen gebannt auf die Bühne. Mucksmäuschenstill sind sie – vor allem, wenn es richtig spannend wird. Falls Peter Pan mal einen Tipp haben will, schreien sie ihm begeistert ihre Beobachtungen entgegen. Und als es ein Küsschen von Wendy für Peter gibt, schallt ein vernehmliches „Iiieehh!“ aus den Zuschauerreihen.

Mit lautem Lachen begleiten die Zuschauer den Einzug der Piraten durch den Zuschauerraum. Captain Hook ist aber auch ein echter Schurke. Niklas Brill verkörpert den Gegenspieler von Peter Pan mit einer gelungenen Mischung aus Nonchalance und Boshaftigkeit. Dass die meisten seiner „brillanten“ Einfälle eigentlich von seinem pfiffigen Bootsmann Smee (Silke Bollhorst) stammen, nimmt Hook dabei gar nicht wahr.

Ist ja auch egal: Wer so wallendes schwarzes Haar hat und ein Schiff wie die „Jolly Roger“, muss irgendwie cool sein. Finden wohl jedenfalls einige Leester Grundschüler. „Hook ist der beste Mann“, werden die Drittklässler nach Ende der Vorstellung im Foyer grinsend erklären. Dass der „beste Mann“ dabei im Laufe des Stückes ordentlich Prügel von Peter Pan bezieht, spielt da offenbar keine so große Rolle.

Die jüngeren Kinder hat eine andere Figur nachhaltig verzaubert: Die kleine, freche Fee Glöckchen (Tatjana Wiedel) habe ihnen am besten gefallen, antworten einige Barrier Erstklässler und drei Mädchen aus dem Syker Sprachheilkindergarten Zauberblume einhellig. Und all das ohne Worte!

Peter Pan im Syker Theater

Für das elfköpfige Ensemble gibt es am Ende verdienten Applaus. Auch wenn nicht alles perfekt läuft. Über ein paar kleine Textdreher ärgern sich die Schauspieler anschließend selbst am meisten („Mist – den vorletzten Satz hab ich versaut“). Unterm Strich aber bleibt eine abwechslungsreich präsentierte, ebenso kindgerechte wie familientaugliche Peter-Pan-Version.

Für die beiden abschließenden Aufführungen von Peter Pan (Sonnabend und Sonntag, 15 Uhr) gibt es noch Karten für 10 Euro (Kinder 8 Euro), erhältlich unter anderem in den Geschäftsstellen der Kreiszeitung. Abonnenten erhalten auf Erwachsenen-Tickets einen Euro Nachlass.

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