Gruppen wollen speziell die AfD demaskieren

Midea und Bündnis Syke: „Perfide Inhalte“ analysieren

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Die AfD demaskieren wollen die Mitglieder der Initiativen Midea und Bündnis Syke (weltoffen und bunt). Über das „Wie“ tauschten sie sich unter anderem mit Ralf Beduhn (l.) aus.

Syke - Von Detlef Voges. Sie wollen sie demaskieren. Besonderen jetzt vor der Bundestagswahl. Die Rechten im Allgemeinen und die AfD (Alternative für Deutschland) im Speziellen.

Über das „Wie“ tauschten sich am Donnerstagabend im Café Alte Posthalterei Mitglieder und Sympathisanten der Gruppen Midea (Mitmenschlichkeit ist die beste Medizin) und Bündnis Syke (weltoffen und bunt) aus.

Die Versammlung einigte sich auf ein gemeinsames Vorgehen, zum Beispiel über Informationsblätter, über Artikel in Zeitungen und über Auftritte auf öffentlichen Veranstaltungen wie dem „Weserbeatz-Festival“ am 12. August in Nienburg. Das Festival steht unter dem Motto „Nazis aus dem Takt bringen“. Den Takt stören wollen die Aktiven von Midea und Bündnis Syke grundlegend mit Fakten und einer Art Gegenaufklärung. „Da die AfD in dreister Weise lügt und Hintergründe verschleiert“, so Ralf Beduhn, Gewerkschafter und Mitglied von Midea.

Beschäftigen wollen sich die beiden Gruppen mit dem Wahlprogramm der AfD, es analysieren und die „perfiden Inhalte“, so Beduhn, aufdecken. Das soll auf Infoblättern in einfacher Sprache und in knapper Form erfolgen.

Zweifel an Zielen der AfD

„Die AfD ist zwar in 13 Landesparlamenten vertreten, aber damit noch lange keine demokratische Partei“, erklärte Beduhn und erinnerte an die NSDAP, die auch in den damaligen Reichstag gewählt worden sei.

Der Gewerkschafter skizzierte die Themen Steuer-, Bildungs- und Sozialpolitik der AfD und bezeichnete sie in der Darstellung als geschickt verschleiernd und dreist.

Wenn die AfD von Steuervereinfachung spreche, bliebe sie nebulös. Sie fordere vom Staat Zuzahlungen zu den Renten und wolle die Mehrwertsteuer von 19 auf 12 Prozent reduzieren, sage aber nicht, wie das bezahlt werden soll, denn es entstünde ein Loch von 54 Milliarden Euro.

„Das ist steuerpolitisch eine Frechheit“, erklärte Beduhn, der sich auch die AfD-Forderungen nach einem schlanken Staat, der Privatisierung von Einrichtungen und den souveränen Bürgern vornahm. Wer solle bei einem schlanken Staat dann aber Schulen und Krankenhäuser finanzieren, fragte der Referent. Für die Reichen sei das kein Problem, aber für die Masse ja.

Souveräne Bürger? Fehlanzeige!

Beim Thema souveräne Bürger meldete sich eine junge Sykerin zu Wort und erwähnte ihre Erfahrung mit der AfD, wenn man über Facebook kritisch nachfrage. „Ich wurde dann einfach von offizieller Seite abgeblockt“, so die Sykerin, die das nicht einfach hinnehmen will und sich politisch dagegen engagieren möchte. Das betonten auf der Versammlung zwei andere junge Frauen auch.

Für bedenklich hält Beduhn das Verhalten von Kommunalpolitikern gegenüber der AfD. Deren Programm hätten doch vielleicht nur zehn Prozent von ihnen intensiv gelesen. Dieses Wegsehen führe zu einer fatalen Normalisierung im Umgang mit AfDlern, so der Gewerkschafter. Beduhn rief auf zu mehr ernster Aufklärung über das, was die AfD vertrete. „Es ist unsere Aufgabe, unter die Leute zu bringen, was die AfD wirklich will“, betonte das Midea-Mitglied.

Auch im Schul- und Bildungsbild der AfD sieht Beduhn inhaltlich eine Nähe zu den Nazis. Statt integrierter Schulsysteme mit Förder- und Unterstützungsprogrammen für alle, setze die AfD auf ein altes viergliederiges Schulsystem mit Selektion und Sonderschulen. Dahinter stehe der biologische Begriff von Begabung. „Sie sortieren Menschen nach Nützlichkeit aus. Das ist Nazi-Ideologie“, erklärte er.

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