Meine Fahrt im E-Auto

Das perfekte Auto für den Seitensprung

Landkreis  Diepholz - Von Katharina Schmidt. Als ich den Startknopf des E-Autos drücke, überkommt mich Hilflosigkeit. Auf unzähligen Displays blinken Ziffern, Balken und Symbole auf. Gott, bin ich denn hier in Las Vegas? In meinem alten Golf III, Baujahr 1993, gibt es exakt drei digitale Anzeigen. An den technischen Fortschritt der vergangenen 24 Jahre muss ich mich erst noch gewöhnen – bei all dem modernen Schnickschnack vergesse ich fast, dass der Nissan Leaf nicht mal mehr einen Verbrennungsmotor hat.

Dass ich ein E-Auto lenke, fällt mir wieder an einer Ampel auf. Als das grüne Licht aufleuchtet, trete ich ein bisschen zu stark auf das Gaspedal. Auf einen rasanten Start folgt vor Schreck ein abruptes Abbremsen – zum Glück ohne weitere Folgen. Irgendwie habe ich beim Anfahren wohl vergeblich auf den Sound gewartet, der sonst erklingt, wenn ich mit hoher Drehzahl losfahre, um mit meiner alten Möhre überhaupt von der Stelle zu kommen. Dem E-Auto wird nicht umsonst zugesagt, dass es das perfekte Auto für untreue Ehepartner ist – der Fahrer kann fast geräuschlos davondüsen. Der leise Sound hat auch den Vorteil, dass das Radio nicht mehr mit den Motorgeräuschen konkurriert.

Ruhige Fahrt nach Brinkum

Meine Fahrt von Syke nach Brinkum verläuft ansonsten ruhig. Zugegeben: Ich wünsche mir irgendwen auf den Beifahrersitz, der Ahnung von den ganzen Knöpfen und Touchscreens hat. Außerdem frage ich mich trotz strahlendes Sonnenscheins, ob wohl etwas passiert, wenn ein Blitz ins E-Auto einschlägt. Vielleicht donnere ich auch in einen Stromkasten ...

Letztlich komme ich heil an und bin froh, mit der Parkscheibe etwas in der Hand zu habe, was mir völlig vertraut vorkommt. Das Gefühl, umweltfreundlich unterwegs gewesen zu sein, steigert meine Laune zusätzlich.

Der Akkuanzeige habe ich bei meiner Fahrt kaum Beachtung geschenkt – das war der kurzen Strecke geschuldet. Da ich quasi fernab jeglicher Zivilisation wohne, wäre mir eine Reichweite von unter 200 Kilometern im Alltag zu wenig. Mit meinem Auto will ich nicht nur den Landkreis erkunden, sondern ganz Deutschland. Akkus können in der Hinsicht nicht mit Tanks mithalten – noch nicht.

Zum Projekt: Innerhalb einiger Wochen haben Mitarbeiter der Mediengruppe Kreiszeitung den Nissan Leaf im Praxistest während der alltäglichen Arbeit genutzt. Dabei sind ihnen die Vor- und Nachteile der aktuellen E-Mobilität aufgefallen. Eine Übersicht der Erfahrungen gibt es hier.

Rubriklistenbild: © Marvin Köhnken

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