Der nächste FSJler der Bartholomäusgemeinde will jetzt Theologie studieren

Pastoren-Schmiede Barrien

Oft werden sie nicht mehr so traut von der Empore der Barrier Kirche blicken: Diakon Bernd Breckner (links) und Ole Gröger, dessen Freiwilliges Soziales Jahr in Barrien und Syke jetzt zuende geht. Gröger will danach Theologie studieren und Pastor werden. 
Foto: Michael Walter
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Oft werden sie nicht mehr so traut von der Empore der Barrier Kirche blicken: Diakon Bernd Breckner (links) und Ole Gröger, dessen Freiwilliges Soziales Jahr in Barrien und Syke jetzt zuende geht. Gröger will danach Theologie studieren und Pastor werden. Foto: Michael Walter
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Barrien – Irgendwas müssen sie wohl richtig machen bei der Barrier Kirchengemeinde: Da verabschieden sie mit Ole Gröger jetzt schon den zweiten jungen Erwachsenen, der sich während eines Freiwilligen Sozialen Jahrs in Barrien dazu entschieden hat, Pastor zu werden.

Schon seiner Vorgängerin hatte die Zeit in Barrien den letzten Schubs in diese Richtung gegeben. Okka Brahms studiert jetzt in Heidelberg Theologie. Und für Ole Gröger geht es zum Beginn des nächsten Semesters nach Göttingen.

Seine Tage in Barrien sind bereits gezählt: Mit Stichtag zum 31. Juli endet sein Engagement in der Bartholomäusgemeinde. Gröger hat allerdings noch Urlaub. Seine offizielle Verabschiedung ist für den 12. Juli geplant. Im Rahmen eines Gottesdiensts der „rollenden Kirche“.

„Die macht quasi eine Extratour für ihn“, erklärt Diakon Bernd Breckner. Er war in den vergangenen Monaten Hauptansprechpartner und Betreuer für Ole Gröger. Beide teilen sich im Hachehuus in Barrien ein Büro. Faktisch teilen sich die Kirchengemeinden Barrien und Syke aber diese FSJ-Stelle je zur Hälfte. Folglich war Ole Gröger auch für beide Gemeinden tätig. Vorwiegend in der Jugendarbeit.

„Ich hab das FSJ gemacht, weil ich nach der Schule noch überhaupt keinen Plan hatte, was ich eigentlich machen wollte“, erzählt Ole Gröger. „Der Entschluss, Pastor zu werden, stand tatsächlich vorher noch nicht fest. Irgendwann hatte ich das mal im Hinterkopf. Über die vielen Gottesdienste und Andachten, die ich mitgestaltet habe, kam das dann einfach mit der Zeit.“

Was letztlich bei seiner Entscheidung den Ausschlag gegeben hat? „Das Gemeinschaftsgegühl“, sagt Ole Gröger und nennt als Beispiel die Krippenspiele, die er zu Weihnachten maßgeblich mitorganisiert und -gestaltet hat. „Wenn dann hinterher alle glücklich sind und sich in den Armen liegen. Solche Erlebnisse hatte ich öfter.“

Bei der Arbeit mit den Konfirmanden zum Beispiel. Trotz Corona – oder vielleicht gerade deswegen. Als die Festgottesdienste für die Konfirmationen abgesagt werden mussten und noch nicht klar war, dass sie im Herbst nachgeholt werden würden, ist Ole Gröger mit Bernd Breckner losgezogen und hat die Konfis Zuhause besucht. Mit der Gitarre unterm Arm haben sie ihnen ein Ständchen gesungen. Ganz spontan war ihnen die Idee beim Plausch übern Schreibtisch bekommen. Wie viele andere auch.

„Die Chemie stimmt“, sagt Breckner. Ist das für ihn nicht bitter: Da hat er praktisch einen Neuen gerade so weit eingearbeitet, dass alles reibungslos funktioniert, und dann muss der wieder weg? „Mir blutet das Herz!“, sagt der Diakon. Und der FSJler grinst augenzwinkernd: „Die wollen mich ja nicht länger hierbehalten.“

Für Bernd Breckner ist die Situation nicht neu, obwohl Ole Gröger erst der zweite FSJler in der Barrier Kirchengemeinde ist und es auch davor nie Zivildienstleistende in Barrien gegeben hat. „Ich erlebe das ja seit Jahrzehnten. Ob das hauptamtlich ein FSJler ist oder ehrenamtlich die Teamer sind. Die machnen dann so Blödsinn wie Heiraten oder Studium.“

Aber so ein kleines bisschen beneidet er seinen FSJler schon. „Ole geht gerade in eine superspannende Zeit, was kirchliche Strukturen betrifft. Da verändert sich gerade sehr viel. Wir haben noch immer zu viel Altbackenes.“

Von Michael Walter

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