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Palliativ-Team Syke organisiert Betreuung für sterbenskranke Menschen

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Hatten am Mittwoch Grund zum Feiern (von links): Dr. Matthias Kreft, Paul Kathmann, Heike Hoheisel, Dr. Andreas Rühle, Kerstin Faber und Sonja Fürböter bei der Einweihung der neuen Räume für das Palliativ-Team in Syke.

Syke - Von Michael Walter. „Wir hatten ja nix!“ – Diesen Satz benutzt die Vorkriegs-Generation oft und gerne, wenn sie die Zustände unmittelbar nach 1945 beschreibt. Am Mittwoch zitierte ihn augenzwinkernd Dr. Andreas Rühle, als er auf die Anfänge im Palliativ-Team Syke zurückblickte.

Die liegen noch nicht ganz so lange zurück. Und trotzdem gab es schon etwas zu feiern: den Bezug neuer Geschäftsräume im Erdgeschoss eines Flügels des Katasteramts an der Schloßweide. Von dort aus kümmert sich das Palliativ-Team Syke um Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen.

Der Hintergrund ist ernst: „90 Prozent der Menschen möchten zu Hause sterben“, erklärt Rühles Kollege Dr. Matthias Kreft. „Ohne spezielle medizinische Angebote funktioniert das aber nur bei 10 bis 20 Prozent. Tatsächlich sterben die meisten im Krankenhaus, obwohl sie sich das nicht so vorgestellt hatten.“

Diese speziellen medizinischen Angebote macht das Palliativ-Team Syke nicht selbst, es organisiert sie aber. In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Pflegeeinrichtungen.

Teil eines größeren Netzwerks

„Unsere Trägereinrichtung ist die Tochtergesellschaft eines Netzwerks aus 80 niedergelassenen Ärzten im Ammerland“, erklärt Andreas Rühle, der als kaufmännischer Leiter agiert. 2008 baute dieses Netzwerk die ersten spezialisierten Angebote auf. „Es gab noch keine Strukturen, keine Abrechnungsgrundlagen mit den Krankenkassen. Das kam alles erst später“, so Rühle. 2011 kamen erste Regionen im Landkreis Oldenburg dazu, 2015 der gesamte Landkreis. „Mitte 2017 kamen dann einzelne Ärzte auf uns zu und fragten, ob wir nicht auch etwas im Landkreis Diepholz anbieten könnten.“

Im November nahm das Palliativ-Team Syke die Arbeit auf. Zunächst als Untermieter bei einem Pflegedienst an der Herrlichkeit. Jetzt folgte der Umzug ins Katasteramt.

Drei Mitarbeiter in Syke

Drei Mitarbeiter sind dort tätig und kümmern sich um derzeit 14 Patienten im Landkreis. Insgesamt sind es laut Rühle etwa 100, die von den drei Standorten Westerstede, Ganderkesee und Syke betreut werden. Syke ist somit nicht nur der jüngste, sondern auch der kleinste Standort. Die Betreiber-GmbH ist laut Rühle als gemeinnützig anerkannt. „Wir arbeiten also nicht gewinnorientiert.“

Keinesfalls wolle sich das kleine Team in Syke als Konkurrenz zum Palliativstützpunkt in Sulingen verstehen, betonen die Verantwortlichen. Sie sehen sich vielmehr als sinnvolle Ergänzung.

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