Pädagogische Fachtagung: Warum das Bauchgefühl so wichtig ist

Selbstfindung bei Kindern

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Die Referentinnen Doris Greuter (3.v.l.) und Stefanie Schopp (4.v.l.) mit den Organisatorinnen Ilse Hollenberg, Heidrun Hilgemeier (beide links) und Katja Fäth (rechts).

Syke - Von Dieter Niederheide. Die Bedeutung des eigenen Wohlbefindens rückte am Samstag bei der 9. Pädagogischen Fachtagung für Erzieher, Fach- und Lehrkräfte an Grundschulen und Kindertagespflegepersonen in der BBS Syke in den Vordergrund.

Unter dem Thema „Helf' ich mir – helf' ich dir“ wurde den 240 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, unter denen die Berufsgruppe Tagespflege zunehmend gut vertreten ist, mit den Referaten von Doris Greuter aus Zürich und Stefanie Schopp aus Freiburg verständlich gemacht, wie wichtig es ist, zu wissen, was einem gut tut und welche Rolle das Selbstwertgefühl spielt.

Wieder bestens vorbereitet hatten die Tagung Ilse Hollenberg und Heidrun Hilgemeier, beide VHS Diepholz, und Katja Fäth vom Fachdienst Jugend vom Landkreis Diepholz. Stellvertretender Landrat Volker Meyer lobte die hervorragen de Organisation. Mit einem „Gruezi“ auf der Leinwand wurde die Schweizerin Doris Greuter, zertifizierte Trainerin des Züricher Ressourcen Modells, begrüßt. Das vor 20 Jahren entwickelte Modell will, basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, Menschen helfen, das zu tun, was sie wirklich wollen.

„Selbstbestimmung ist die Fähigkeit, die eigenen Handlungen so zu steuern, dass sie dem entsprechen, was man wirklich tun will“, stellte die Referentin heraus und sagte an die Zuhörer gerichtet: „Sie selber wissen am besten, was für sie gut ist. Es macht Spaß, sich mit der eigenen Stärke auseinanderzusetzen, und es ist gut, wenn man weiß, was man kann“. Doris Greuther sprach dabei den somatischen Marker (ein durchgängiges Element im ZRM) an, der Schmetterlinge oder Sonnenblumen bedeuten kann, allerdings sind sowohl positive wie negative Marker ein Teil von uns, sagte sie. Positive Marker, umgangssprachlich ein „gutes Bauchgefühl“, können unbewusste Bedürfnisse ans Licht holen, die Motivation und die Lernwirkung intensivieren. Letztlich Ergebnisse, die wiederum das „…helf ich dir“ erleichtern.

In ihren Ausführungen ging sie beispielsweise auf das Verhältnis von Verstand und Bauch zueinander ein, die, so Greuter, in steter Zwiesprache miteinander stehen und sich arrangieren müssen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Das Ziel solle sein, seinen Weg zu gehen. Bevor es in den zweiten Teil der Fachtagung ging, gab es für die Teilnehmer zunächst einmal einige Atemübungen mit Julia Bialek. Auch Stefanie Schopp leitete ihren Vortrag mit Bewegungsübungen ein, um dann auf das Management bei Kindern einzugehen. „So, wie Kinder sich sehen, so verhalten sie sich auch“, sagte Schopp (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Kinder- und Jugendforschung EH in Freiburg).

Es sei wichtig, dass Kinder sich selbst finden und nach ihrem Bauchgefühl entwickeln können. Selbststeuerung sei ein zentraler Bereich, der immer mehr an Bedeutung gewinnt, so Schopp. „Wenn ich mich selbst steuern kann, kann ich meine Probleme selbst lösen, dann gerate ich so schnell nicht in Stress“. Dabei sei die Selbstwahrnehmung ein wichtiger Aspekt. Am Nachmittag der Fachtagung gab es zwölf Workshops mit unterschiedlichen Inhalten. In einem der Workshops wurde ein Film gezeigt, der das Thema Kinder auf der Flucht zum Inhalt hatte. Die 9. Pädagogische Fachtagung bot den Teilnehmern ein Forum zum Austausch. In den Pausen gab es Zeit, sich den Infoständen zu widmen.

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